Sommerzeit - Urlaubszeit. Ein netter Slogan. Zu Jesu Zeiten gab es noch keinen Urlaub. Wie wir heute aus dem Evangelium (Mk 6,30-34) vernehmen, sind die Jünger und Jesus sehr in Beschlag genommen von den Leuten. Nicht einmal zum Essen kommen sie. Heute würde man wohl sagen:”Ziemlich stressig!” - “Dann fuhren sie im Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.” - Endlich ist es soweit - ein Atempause ist nötig. Weg von den Menschen und ihren Problemen und endlich allein. Ruhe - einfach ungestört sein wollen. Auch Jesus und seine Jünger brauchen eine Atempause - so wie wir uns alle wohl immer wieder nach solchen Aus-Zeiten sehnen. Und die sind ja auch wichtig. Wenn wir nicht wieder zur Ruhe kommen und Kraft tanken können, können wir keine Leistung bringen. Ein Akku, der immer nur halb aufgeladen wird - bringt keine volle Leistung. Deshalb - wenn es möglich ist (und man braucht ja nicht weit weg zu fahren) - einfach raus und abschalten - mal das “normale Leben” für eine Atempause hinter sich lassen. Dann hat man auch wieder neuen Atem für eine neue Wegstrecke. Machen wir’s wie Jesus - gönnen wir uns eine Pause!
Auf die bekannte “Warum-Frage” könnten uns heute die Verse aus dem Epheserbrief (Eph 1,3-14) eine Antwort geben. Warum sind wir auf der Welt? Wozu eigentlich? - Früher musste jeder Katholik auf diese Katechismusfrage Antwort geben - sie wurde im Unterricht abgefragt wie das Einmaleins. “Denn in Jesus Christus hat uns Gott erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Kinder zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. “ (Eph 1,4-6) - Ja, seit Ewigkeit her hat uns Gott erwählt, aus Liebe, zum Lob und zur Herrlichkeit Gottes. Wenn wir uns dieser Wahrheit öfter bewusst wären, wie glücklich könnten wir sein? Nein, Gott verlangt keine Leistung von uns, wir dürfen und sollen IHN mit unserem Sein loben und Seine Herrlichkeit sichtbar machen. Ist das nicht schön? Und heute bietet sich eine neue Gelegenheit dazu - nützen wir sie.
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Wenn jemand Anstoß erregt, dann muss schon etwas Besonderes vorgefallen sein. Im Fall Jesu war das eigentlich nicht so - doch die Menschen, die ihm in seiner Heimatstadt Nazareth zuhörten, fanden sein Verhalten anstößig. “Woher hat er das alles?… Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?” (Mk 6,1-6) - Was war es also, was so anstößig an Jesus war? Der Umstand, dass man es von einem einfachen Menschen wie ihm nicht vermutet hätte, so weise zu sein und zu lehren - “wie einer der Vollmacht hat”. - Ich kann durchaus dem “Anstößigen” etwas Positives abgewinnen. Wenn etwas angestoßen wird, dann beginnt etwas, wie z. B. eine chemische Reaktion, oder beim Sport sagt man ja auch “Anstoß hat die Mannschaft xx”. Auch das heutige Evangelium erzählt von den Anfängen des Wirkens Jesu, auch wenn er in seiner Heimatstadt nicht viel ausrichten konnte, weil die Menschen zu wenig Glauben hatten. Ich finde es wichtig, dass es immer wieder Menschen gibt, die im positiven Sinn “Anstoß erregen”. Das ist aufrüttelnd und wie schon Hermann Hesse sagte: “In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.” - Vielleicht versuchen wir es ja selbst einmal und stoßen Neues an - im evangelischen Sinn.
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Diese Frage könnte aus Kindermund stammen. Als Erwachsener müsste man sich wohl eine gute Antwort zurecht legen. Eine Hilfe könnte das Evangelium (Mk 4,35-41) geben, das wir heute hören. Da schläft Jesus doch glatt im hinteren Teil des Bootes, sogar auf einem Kissen und nicht einmal das schaukelnde Boot, das vom Wind und der stürmischen See hin- und hergeworfen wird, vermag ihn zu wecken. Erst als die Jünger Todesängste ausstehen, wecken sie ihn. “Kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?” - Doch, ER kümmert sich um die Menschen. Auf sein Wort hin, gehorchen IHM die Naturgewalten. Alles beruhigt sich. - Dieses Gleichnis lässt sich einfach auf unser Leben übertragen. Auch in unserem Leben gibt es stürmische Zeiten, wo unser ‘Lebensboot’ von hohen Wellen hin- und hergeworfen wird, wo uns starker Wind entgegenbläst. Dann ist da die Frage nach unserem Gottvertrauen. Wissen wir um die ständige Gegenwart Gottes in unserem Leben? Wie ängstlich sind wir doch? - Jesus fragt ja: “Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?” - Gott möchte ‘geweckt’ werden, ER möchte angesprochen, angerufen werden. ER ist ja da, nur wir Menschen müssen uns immer wieder daran erinnern, dass ER mit dabei ist in unserem Boot. Und so richtig schlafen - nein, das geht wohl nicht bei einem Gott, der immer für uns Menschen da ist. ER darf ruhen - so wie es schon in der Schöpfungsgeschichte heißt, denn ER ist der “Ich-bin-da” für uns.
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Quiz- und Wissenssendungen gibt es mittlerweile sehr viele im Fernsehen. Auch, wenn die Naturwissenschaften schon sehr vieles erklären können, so bleibt doch noch vieles geheimnisvoll. In der Schöpfung ist eine Ordnung angelegt, nach dem sich Wachstum vollzieht. Heute im Evangelium hören wir auch ein “Wachstumsgleichnis”. Das von der Saat und das vom Senfkorn (Mk 4,26-43). “Es wird Tag und wird Nacht, der Same keimt und wächst, und der Mann weiß nicht wie.” (V 27) - Doch hier im Evangelium dürfen wir getrost die Naturwissenschaften außen vor lassen. Hier geht es um das Reich Gottes. Davon ‘wissen’ wir Menschen manchmal noch viel weniger. Das gehört in den Bereich des Glaubens. Das Reich Gottes ist wie… das versucht Jesus mit dem Gleichnis zu sagen. Was wir diesem Gleichnis entnehmen können:
- der Same des Wortes ist ausgesät
- der Same keimt
- wie das ganze vor sich geht, bleibt verborgen
Für mich bedeutet das: schon seit Beginn des Christentums wurde das Wort Gottes weitergetragen, dort, wo es auf fruchtbaren Boden gelangte, fing es an zu keimen, und ich darf darauf vertrauen, dass es nicht an mir liegen muss, wie sich diese Wachstum vollzieht. Hinter allem steht Gott. ER möchte, dass sich das Reich Gottes ausbreitet und ER sorgt sich um das wie. Das ist doch sehr tröstlich. Vor allem, wenn man häufig die Sorgen der Christen hört. Gott sorgt weiter. Wie? Das liegt bei IHM. Was wissen wir schon?
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Pssst… großes Geheimnis… nur noch wenige wissen, was heute gefeiert wird und sich hinter dem Festnamen “Fronleichnam” (= mittelhochdt. Leib des Herrn) verbirgt. Mittlerweile gibt es ja wieder Umfragen zu allen christlichen Festen mit eben dieser Frage: Was feiern wir eigentlich heute? - Heute feiern wir Katholiken ein großes Geheimnis. Wir verehren den Leib Christi in der Hostie, weil wir daran glauben, dass Gott da ganz gegenwärtig ist. ER hat beim Letzten Abendmahl gesagt: “Das ist mein Leib…”. Klar, was das menschliche Auge sieht, ist ein Stückchen Oblatenbrot, doch was das ‘geistige Auge’ sieht, ist weit mehr. Wir verehren Gott in dieser ‘Gestalt’ und tragen IHN in einer Monstranz (schön gestaltetes Schaugefäß) durch unsere Straßen. Das gleicht einer “De-monstra-tion”. Und sie ist es. Gott zeigt sich in unserer Welt. ER ist da, ein Gott, der unsere Wege mitgeht. Und das ist schön.
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Eins hoch drei ist eins. Eine einfache Potenzrechnung. Für mich ist sie auch eine “Symbolrechnung” für den dreifaltigen Gott. Erstens ist mit Gott immer zu rechnen und zweitens steckt jede Menge ‘Potenz’ - also Kraft und Macht - dahinter. Die Zahl drei sowie die Zahl eins sind darin enthalten.
Es ist ja auch wirklich schwierig unser Gottesverständnis zu begreifen. Aber mir hilft das ein wenig - diese mathematische Formel. Der eine und zugleich dreieine Gott. Gott, der sich als Vater, als Sohn und als Hl. Geist offenbart. Ich freue mich, dass es dieses Fest gibt. Jesus Christus und sein Heilswirken wird ja häufig gefeiert (wie etwa seine Geburt, sein Tod, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt) und auch dem Hl. Geist ist ein Extra-Fest - Pfingsten - gewidmet. Nur ein explizites Gott-Vater-Fest gibt es eigentlich nicht. Irgendwie ist ER ja immer mit dabei - bei allen Festen - ohne IHN geht gar nichts. So finde ich es schön, dass es dieses Dreifaltigkeitsfest gibt, wo sozusagen alles zusammenkommt. Aus dem Vater geht alles hervor, der Sohn, der Hl. Geist, die ganze Schöpfung. Dieser väterliche Gott, der sehr viele mütterliche Eigenschaften hat, der als ‘Vater’ von Jesus angesprochen wird, ist die ’schöpferische’ Person. In IHM nimmt alles Gestalt an. So auch Jesus, SEIN Sohn, den ER zur Erlösung der Welt gesandt hat. Im Wirken des Hl. Geistes, dem Lebensspender und Erhalter, ist das nach wie vor für uns erfahrbar. So bin ich dankbar für diese so schlichte mathematische Formel, die dieses Geheimnis auf den Punkt bringt.
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Nein, selbstherrlich ist Jesus sicherlich nicht. Vielmehr bittet ER: “Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.” (Joh 17,1) Nur in der ‘Rückkopplung’ an den Vater kann Verherrlichung geschehen. Doch was meint eigentlich Verherrlichung? Mir geht es zumindest so, dass der Ausdruck selbst für mich nicht so positiv besetzt ist. Da schwingen für mich eher Selbstbespiegelung und Selbstherrlichkeit mit.
Doch Jesus meint mit Verherrlichung das Eingehen in die Seinsweise Gottes. ER ist ganz Mensch geworden und bittet nun den Vatergott, dass ER ganz in IHN eingehen und in IHM aufgehen kann.
Später im Abschnitt, den wir heute hören, bittet Jesus auch für uns. “Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein;in ihnen bin ich verherrlicht.” (Joh 17,9-10)
Das ist dann wohl die ‘Krönung’ der Verherrlichung - und wir sind da mit hinein genommen und genauso ‘rückgekoppelt’ an den Vater. Jesus möchte, dass wir wie ER ganz Gott angehören und ER verherrlicht sich in uns. Ist das nicht wunderbar?
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Aufbewahrung - bewahren. Im ersten Moment denke ich: ich brauche Platz für all das, was ich aufbewahren möchte. Ein zweiter Gedanke ist weniger materiell und zielt eher in die Richtung, wie Jesus es meinte, wenn wir die Verse aus dem Johannes-Evangelium (Joh 17,11-19) heute hören: das klingt zuerst fast ‘konservativ’. Da gehört einer zu den ‘Bewahrern’, zu denen, die das, was ihnen wertvoll ist, behalten und vielleicht an andere Generationen weitergeben möchte - und das sind vor allem Werte, Moralvorstellungen, vielleicht auch Glaubenspraxis. Was meint wohl Jesus, wenn er spricht: “Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.” (Joh 17,11)? Wir Menschen liegen Jesus am Herzen. Im Namen des Vaters sollen wir bewahrt werden. Der ist in der Taufe über uns ausgerufen worden: “Im Namen des Vaters,… taufe ich dich…” - Und in der Einheit mit IHM sollen wir bewahrt werden. Das ist eine große Bitte, die Jesus da ausspricht. Wir bedeuten IHM sehr viel. Immerhin hat ER sich auch mit seinem Leben für uns eingesetzt. In diesen Tagen vor Pfingsten, die ganz in im Licht der Einheit stehen, dürfen wir den Hl. Geist bitten, dass wir uns dieser Würde neu bewusst sind. Wir sind zur Einheit berufen - zu Bewahrern der Einheit mit dem Vater in Jesus durch den Hl. Geist.
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