Diese Frage könnte aus Kindermund stammen. Als Erwachsener müsste man sich wohl eine gute Antwort zurecht legen. Eine Hilfe könnte das Evangelium (Mk 4,35-41) geben, das wir heute hören. Da schläft Jesus doch glatt im hinteren Teil des Bootes, sogar auf einem Kissen und nicht einmal das schaukelnde Boot, das vom Wind und der stürmischen See hin- und hergeworfen wird, vermag ihn zu wecken. Erst als die Jünger Todesängste ausstehen, wecken sie ihn. “Kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?” - Doch, ER kümmert sich um die Menschen. Auf sein Wort hin, gehorchen IHM die Naturgewalten. Alles beruhigt sich. - Dieses Gleichnis lässt sich einfach auf unser Leben übertragen. Auch in unserem Leben gibt es stürmische Zeiten, wo unser ‘Lebensboot’ von hohen Wellen hin- und hergeworfen wird, wo uns starker Wind entgegenbläst. Dann ist da die Frage nach unserem Gottvertrauen. Wissen wir um die ständige Gegenwart Gottes in unserem Leben? Wie ängstlich sind wir doch? - Jesus fragt ja: “Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?” - Gott möchte ‘geweckt’ werden, ER möchte angesprochen, angerufen werden. ER ist ja da, nur wir Menschen müssen uns immer wieder daran erinnern, dass ER mit dabei ist in unserem Boot. Und so richtig schlafen - nein, das geht wohl nicht bei einem Gott, der immer für uns Menschen da ist. ER darf ruhen - so wie es schon in der Schöpfungsgeschichte heißt, denn ER ist der “Ich-bin-da” für uns.
Tags: Markusevangelium
Quiz- und Wissenssendungen gibt es mittlerweile sehr viele im Fernsehen. Auch, wenn die Naturwissenschaften schon sehr vieles erklären können, so bleibt doch noch vieles geheimnisvoll. In der Schöpfung ist eine Ordnung angelegt, nach dem sich Wachstum vollzieht. Heute im Evangelium hören wir auch ein “Wachstumsgleichnis”. Das von der Saat und das vom Senfkorn (Mk 4,26-43). “Es wird Tag und wird Nacht, der Same keimt und wächst, und der Mann weiß nicht wie.” (V 27) - Doch hier im Evangelium dürfen wir getrost die Naturwissenschaften außen vor lassen. Hier geht es um das Reich Gottes. Davon ‘wissen’ wir Menschen manchmal noch viel weniger. Das gehört in den Bereich des Glaubens. Das Reich Gottes ist wie… das versucht Jesus mit dem Gleichnis zu sagen. Was wir diesem Gleichnis entnehmen können:
- der Same des Wortes ist ausgesät
- der Same keimt
- wie das ganze vor sich geht, bleibt verborgen
Für mich bedeutet das: schon seit Beginn des Christentums wurde das Wort Gottes weitergetragen, dort, wo es auf fruchtbaren Boden gelangte, fing es an zu keimen, und ich darf darauf vertrauen, dass es nicht an mir liegen muss, wie sich diese Wachstum vollzieht. Hinter allem steht Gott. ER möchte, dass sich das Reich Gottes ausbreitet und ER sorgt sich um das wie. Das ist doch sehr tröstlich. Vor allem, wenn man häufig die Sorgen der Christen hört. Gott sorgt weiter. Wie? Das liegt bei IHM. Was wissen wir schon?
Tags: Markusevangelium
Pssst… großes Geheimnis… nur noch wenige wissen, was heute gefeiert wird und sich hinter dem Festnamen “Fronleichnam” (= mittelhochdt. Leib des Herrn) verbirgt. Mittlerweile gibt es ja wieder Umfragen zu allen christlichen Festen mit eben dieser Frage: Was feiern wir eigentlich heute? - Heute feiern wir Katholiken ein großes Geheimnis. Wir verehren den Leib Christi in der Hostie, weil wir daran glauben, dass Gott da ganz gegenwärtig ist. ER hat beim Letzten Abendmahl gesagt: “Das ist mein Leib…”. Klar, was das menschliche Auge sieht, ist ein Stückchen Oblatenbrot, doch was das ‘geistige Auge’ sieht, ist weit mehr. Wir verehren Gott in dieser ‘Gestalt’ und tragen IHN in einer Monstranz (schön gestaltetes Schaugefäß) durch unsere Straßen. Das gleicht einer “De-monstra-tion”. Und sie ist es. Gott zeigt sich in unserer Welt. ER ist da, ein Gott, der unsere Wege mitgeht. Und das ist schön.
Tags: Fronleichnam
Eins hoch drei ist eins. Eine einfache Potenzrechnung. Für mich ist sie auch eine “Symbolrechnung” für den dreifaltigen Gott. Erstens ist mit Gott immer zu rechnen und zweitens steckt jede Menge ‘Potenz’ - also Kraft und Macht - dahinter. Die Zahl drei sowie die Zahl eins sind darin enthalten.
Es ist ja auch wirklich schwierig unser Gottesverständnis zu begreifen. Aber mir hilft das ein wenig - diese mathematische Formel. Der eine und zugleich dreieine Gott. Gott, der sich als Vater, als Sohn und als Hl. Geist offenbart. Ich freue mich, dass es dieses Fest gibt. Jesus Christus und sein Heilswirken wird ja häufig gefeiert (wie etwa seine Geburt, sein Tod, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt) und auch dem Hl. Geist ist ein Extra-Fest - Pfingsten - gewidmet. Nur ein explizites Gott-Vater-Fest gibt es eigentlich nicht. Irgendwie ist ER ja immer mit dabei - bei allen Festen - ohne IHN geht gar nichts. So finde ich es schön, dass es dieses Dreifaltigkeitsfest gibt, wo sozusagen alles zusammenkommt. Aus dem Vater geht alles hervor, der Sohn, der Hl. Geist, die ganze Schöpfung. Dieser väterliche Gott, der sehr viele mütterliche Eigenschaften hat, der als ‘Vater’ von Jesus angesprochen wird, ist die ’schöpferische’ Person. In IHM nimmt alles Gestalt an. So auch Jesus, SEIN Sohn, den ER zur Erlösung der Welt gesandt hat. Im Wirken des Hl. Geistes, dem Lebensspender und Erhalter, ist das nach wie vor für uns erfahrbar. So bin ich dankbar für diese so schlichte mathematische Formel, die dieses Geheimnis auf den Punkt bringt.
Tags: Dreifaltigkeit