Nein, nicht nur aus Wasser wird der Mensch neu geboren. Das sagt man zwar so leicht, wenn man sich mal ein Vollbad gegönnt hat und man hinterher sagt, dass man sich wie neu geboren fühlt.
“Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.” (Joh 3,5)
Wasser ist richtig und gut, denn es hat reinigende und erfrischende Kraft. Ohne Wasser ist ein Mensch nicht lebensfähig, wenigstens nicht über einen längeren Zeitraum. Wasser ist eng mit unserem irdischen Dasein verbunden.
Der Geist ist die zweite “Komponente”, die göttliche, wenn man so sagen will. Der Geist verbindet das Irdische und das Göttliche, ER wandelt und macht neu. Das ist dann ein ganz anderes Neu-Werden als nur mit Wasser. Mit dem Geist kommt das ganz andere Leben in einen. Ob das für uns einfacher zu begreifen ist als für Nikodemus? Der Geist führt uns in die ganze Wahrheit ein. Nur - einlassen und zulassen müssen wir IHN schon, denn Wasser allein genügt nicht.
Tags: Johannesevangelium
Da stehen sie nun, die beiden Jünger Jesu - Petrus und Johannes - vor dem Hohen Rat. Ihnen wird verboten, weiterhin im Namen Jesu zu vekündigen. Sie hatten einen Gelähmten geheilt. “Im Namen Jesu Christus, des Nazoräers…” Viele Menschen haben dieses Wunder bezeugen können. Viele sind zum Glauben gekommen. Die “Sache” soll nicht weiter verbreitet werden. Und trotzdem - wie es ja so häufig vorkommt, haben die beiden weitergemacht, sonst wüssten wir ja vielleicht auch nichts davon.
Den beiden läuft das Herz über. Wovon das Herz voll ist, davon muss man reden. “Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.” (Apg 4,20)
Da kann auch der “Maulkorb-Erlass” des Hohen Rates nichts ändern.
Wir leben in einer Demokratie, wir haben Meinungs- und Religionsfreiheit. Wir dürfen Gott danken dafür. Und doch - wenigstens mein Eindruck - scheuen wir uns, von unseren Glaubenserfahrungen weiter zu geben. Andere Themen, die früher tabu waren, sind mittlerweile in aller Munde. Ist denn unser Glaube nur eine Privatsache? Nein, wir Christen sind zu allen Menschen gesandt. Die Ostererfahrung sollte uns wieder neuen Mut machen, unseren Glauben weiter zu tragen. Die Jünger waren anfangs auch nur eine Handvoll. Und nun? Viele sind wir. Wir dürfen uns immer wieder neu am Feuer des Hl. Geistes entflammen lassen. Dann sprudelt auch unser Herz über, oder nicht?
Tags: Apostelgeschichte
Der Alltag hat sie wieder. Die Jünger Jesu sind nach Galiläa zurück gekehrt. Sie sind am See von Tiberias und gehen ihrer Beschäftigung nach, die sie vor ihrer Berufung ausgeübt haben. Sie sind auf den See hinaus gefahren, um zu fischen - wie das üblich ist zu nächtlicher Zeit. Fangergebnis: gleich null. Gegen Morgengrauen steht da auf einmal Jesus am Ufer, den sie nicht gleich erkannten. Nachdem sie ihm nichts anbieten konnten, machte er den Vorschlag, das Netz doch auf der “rechten” Seite des Bootes auszuwerfen. Und siehe da - ein riesiges Fangergebnis.
Ist es nicht so, dass man im Alltag manchmal etwas “neu” probieren muss? Wissen wir denn, was die “rechte” Seite ist? Vielleicht muss uns das von jemandem zugesprochen werden - von Jesus, den wir vielleicht nicht gleich erkennen - im Nächsten.
Ich wünsche uns, dass wir in dieser österlichen Zeit mit neuen Augen - mit Osteraugen - neue Möglichkeiten in unserem Leben erkennen und nützen. Dann ist uns Fülle verheißen.
Tags: Johannesevangelium
Wie habe ich mich danach gesehnt. In den Stunden, die der Osternacht vorausgingen, habe ich gespürt, wie die Freude anwuchs. Nach den stillen Tagen - endlich das befreiende und jubelnde Halleluja. In der Liturgie sogar als Anstieg im Gesang zu erkennen, wenn beim dreimaligen Singen immer wieder höher angestimmt wird.
Halleluja - Jesus lebt! Mit IHM auch ich. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Diese Frohe Botschaft muss einfach hinausgetragen werden in die Welt. Wenn wir Christen doch manchmal mutiger wären. Das Herz möge überlaufen von dieser Guten Nachricht. Als Angesteckte, Mit-Erlöste dürfen wir andere anstecken mit dieser Osterfreude.
Allen, die sich auf dieses Blog ‘verirren’ (ich glaube nicht an Zufälle), wünsche ich den Frieden und die Freude über den Auferstandenen.
Stimmen Sie mit mir ein in das Osterhalleluja.
Freigelegt wird es - das Kreuz. Seit einiger Zeit sind die Kreuze in den Kirchen verhüllt. Nein, als Siegeszeichen darf man es nicht betrachten - erst heute wieder. In der Karfreitagsliturgie hat die Kreuzverehrung einen festen Platz. Voraus geht der dreimalige Ruf: Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt - Kommt, lasset uns anbeten. Bei jedem Ruf löst der Priester einen Teil der ‘Verhüllung’ bis es wieder ganz zum Vorschein kommt. Wie ein Vorhang, der langsam den Blick freigibt - nein, nicht für ein Theater, für eine Wirklichkeit, die schwer zu begreifen ist. Der Tod Jesu am Kreuz ist Wirklichkeit - viele sind weggelaufen von seinen Jüngern, wenige haben ausgeharrt bei IHM. Und wir? Bei der Kreuzverehrung gehen wir in die Knie und blicken auf IHN - unverhüllt, wie ER ist. Im Augenblick, in dem ER sein Leben ausgehaucht hat, hat ER uns SEINEN Geist geschenkt. Wenn ich so vor dem Kreuz knie, dann kann ich mich vom IHM ‘behauchen’ - beleben - lassen. Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben. Darin liegt die wahre Ent-hüllung des Kreuzes.