Monatsarchiv für März 2009

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Bei euch soll es nicht so sein

Leider hat sich seit Jesu Zeiten nicht viel geändert im ‘Machtgefüge’ der Menschen. Das Streben nach den ersten Plätzen ist Gang und Gäbe. Immer höher, weiter, schneller… - der olympische Gedanke lässt grüßen. Jeder möchte mal auf dem Treppchen stehen. ‘Machtgerangel’ in den Etagen - nicht nur bei Managern, überall, wohin man sieht - Kirche ist da nicht ausgenommen (nur, da kann man ja immer sagen - ich bin auf den oder den Posten ‘berufen’ worden, was zumindest einer Teilwahrheit entsprechen dürfte). - Im Evangelium tritt die Mutter zweier Jünger vor Jesus hin. Ihre beiden Söhne sollen gute Positionen erhalten - im Reich Jesu. Nur - ihre Vorstellungen vom Reich Gottes sind wohl ganz anders. Eben sehr irdisch gedacht. “Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.” (Mt 20,26-27) - Wie weit sind wir davon noch entfernt? Hat sich in meinem Leben schon etwas von der Forderung Jesu erfüllt? Welchen ‘Machtkämpfen’ bin ich ausgesetzt? Mache ich da munter mit? Welche ‘Rollen spiele’ ich? - Wirklich viele Fragen heute, die mich beschäftigen. Ob sich wohl etwas ändert? Wann kommt die Forderung Jesu wohl zum Tragen?

Geschrieben von Sr. Birgit am 11. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Nur einer

Ja, nur einer - einer ist unser Meister, einer ist unser Vater, einer ist unser Lehrer. Nur - in der Praxis schaut dies ein wenig anders aus, nicht wahr? Da gibt es viele Meister, viele spielen sich als ‘Väter’ und Lehrmeister auf. Jesus geht mit den Schriftgelehrten und Pharisäer im heutigen Evangelium (Mt 23,1-12) nicht gerade zimperlich um. Er hält ihnen einen Spiegel vor. “Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.” (v. 12) Das Maß ist Jesus selbst. ER ist der Meister, der uns den Vater gezeigt hat. Nur an IHM allein und Seiner Lehre sollen wir festhalten. Auch für mich immer wieder ein Gewissens-Spiegel - an wem halte ich fest? Woran orientiere ich mich?

Geschrieben von Sr. Birgit am 10. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Zumutung

Ja, ich behaupte, dass das Gebot der Feindesliebe, wie wir es heute im Tagesevangelium hören, eine Zumutung ist. Da mutet uns Gott etwas zu. Und es bedarf großen Mutes, das zu wagen.
“Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.” (Mt 5,44-45)
Für mich liegt hierin der Kern der christlichen Botschaft. Die zu lieben, die man eh’ schon mag, ist wohl nicht sehr schwierig. Aber diejenigen, die einem unsympathisch sind, mit denen man sich schwer tut im Umgang, an denen soll sich die wahre Nächstenliebe zeigen. Und weil das nicht leicht ist, steht uns Gott zur Seite. Für IHN ist alles möglich. So dürfen wir IHN auch bitten, uns in diesem Kernpunkt seiner Botschaft zu unterstützen, damit wir diesen “Programm-Punkt” besser oder noch besser verwirklichen können.

Geschrieben von Sr. Birgit am 7. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Bitte, bitte

Von Kindern kennen wir das nur allzu gut. Da “bitteln und betteln” sie und drängen einen geradezu “bitte, bitte, mach’ doch oder lass’ mich oder…”. Ein wenig - so mein Eindruck wenigstens - ist das Bitten aus der Mode gekommen. Viel lieber schaut man, dass man selbst zu dem kommt, was man braucht. Es kostet Überwindung, jemanden um einen Gefallen zu bitten, oder um eine Hilfeleistung anzufragen.
Im heutigen Evangelium spricht uns Jesus aber gerade das zu: “Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?” (Mt 7,7-10) Wir dürfen Gott vertrauen und IHM unsere Bitten vortragen - nur, wir dürfen nicht unbedingt damit rechnen, dass ER sie so erfüllt, wie wir es gerne haben möchten. So nach der Automaten-Methode “oben ein Gebet eingeworfen und unten den erbetenen Gegenstand erhalten”. Gott weiß um unsere Nöten und Sorgen. Wenn wir sie IHM hinhalten, dann ist schon der erste Schritt getan, dass sie auch uns bewusst sind. Nur, was uns bewusst ist, wo wir Veränderung brauchen, kann ER eingreifen. Und ER tut das so, wie ER es für richtig hält. Unsere menschlichen Maßstäbe gelten da nicht. Gott liebt es, wenn wir IHN kindlich bitten. “Bitte, bitte…”

Geschrieben von Sr. Birgit am 5. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Immer wieder Zeichen

Was wollen wir Menschen eigentlich immer noch mehr von Gott? Wenn wir ehrlich sind, dann ist es doch so, dass wir etwas ’sehen’ möchten, oder ‘begreifen’ wollen. Wir geben uns nicht einfach zufrieden mit unserem Glauben. Wir sind wie kleine Kinder, die etwas anfassen möchten. Nur - Gott lässt sich so nicht anfassen. Denken wir nur an den Auferstandenen, der zu Maria von Magdala sagte: “Halte mich nicht fest..” - Im Evangelium geht es darum, dass die Menschen ein Zeichen von Jesus sehen möchten. Er aber sagt: “Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.” (Lk 11,29) Jona soll uns Zeichen genug sein. Er ist der Prototyp des Jesus. Der Mahner, der von den Menschen verstoßen (über Bord geworfen) im Bauch eines Walfisches drei Tage wie tot verbringt und dann ausgespien wird - und wieder lebt. Jona ist also die Symbolfigur für Jesu Tod und Auferstehung. Würden denn heutzutage mehr Menschen an Gott glauben, wenn sie so ein ähnliches Zeichen sehen würden wie das des Jona? - Ich denke wohl kaum. Das hat Jesus schon erkannt. Was wollen die Menschen eigentlich noch für ein Zeichen - ist ER uns denn nicht Zeichen genug?

Geschrieben von Sr. Birgit am 4. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Erlass uns unsere Schulden

In Zeiten wie diesen, in denen kein Tag vergeht wo von Schuldenfalle, Finanzkrise und sonstige Unworten die Rede ist, kann uns ein Vers aus dem Vaterunser wieder neu bewusst werden. “Erlass uns unsere Schulden”, steht da in der Fassung im Matthäusevangelium (Mt 6,11). Vielleicht kommt einem auch der Gedanke des Schuldenerlasses für Entwicklungsländer, denen es unmöglich ist, nicht einmal die Zinsen der Staatsschulden zurück zu zahlen, geschweige denn etwas von den eigentlichen Schulden. In der neuzeitlichen Fassung des Vaterunsers beten wir “Vergib uns unsere Sünden”. Wenn wir beim Bild aus Finanzkreisen bleiben, dann haben unsere Sünden sicherlich auch schon ‘Zinsen’ getragen. Ganz unmerklich angewachsen auf einen ‘Betrag’, der kaum noch zu erfassen ist - und da nun zu bitten - das kostet Überwindung. Aber es bringt Befreiung. Im Kleinen wie im Großen. Im gemeinschaftlichen Beten wie im persönlichen. Und dann dürfen wird die Fortsetzung dieser Bitte nicht vergessen: “Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.” - auf dem zweiten Teil der Bitte liegt wohl der Schwerpunkt, oder? Setzen wir uns also ein für Schuldenerlass und bitten nicht nur für den Erlass unserer Schuld. Initiativen gibt es ja schon… nur mitmachen muss man schon selber, z. B. bei http://www.erlassjahr.de/

Geschrieben von Sr. Birgit am 3. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Kommt her, ihr Gesegneten

Das heutige Evangelium ist ein sehr kontrastreiches - da geht es wie bei so manchem Film um Gut und Böse, um die Gerechten und die Ungerechten. Nur die Gerechten und Barmherzigen kommen ins Himmelreich. Ein wenig muten diese Zeilen als “Schwarz-Weiß-Malerei” an. Da wird man von Gott also in ‘Schubladen’ gesteckt. Und doch… ich gewinne diesen Versen viel Positives ab. Denn es steckt viel drin, das es zu entdecken gilt. Mir ist besonders der Vers 34 aufgefallen. “Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.” - Wir sind doch alle gesegnet - schon von klein auf, von unserer Taufe her. Gottes Zu-Spruch, wir sind hinein genommen auf den Weg der Gesegneten. Und dann gibt es noch die Vielen, die ohne es zu wissen, gerecht und barmherzig gehandelt haben. “Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.” (Mt 25,40) - Das ist die Richtschnur - nicht nur für die Getauften. Gott will für alle Menschen das Heil und als Gesegnete dürfen wir in dieser Welt wirken, die ER für uns geschaffen hat. Das kann uns Mut machen, oder?

Geschrieben von Sr. Birgit am 2. März 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare