Na ja, wenn ich ehrlich bin, dann muss ich sagen, dass ich das Fasten nicht sehr liebe - zumindest auf den ersten Blick. Ich tue mich schwer, den richtigen Einstieg zu finden und gerade der Aschermittwoch kostet schon ein bisschen. Aber das ist gut so. Nicht nur auf äußeren Verzicht oder das, was man gleich wahrnimmt, kommt es an. Wie es beim Propheten Jesaja steht - nein, ein finsteres Gesicht soll man nicht machen und Sack und Asche muss auch nicht sein. “Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.” (Jes 58,6-8) Das ist es also… was ist nun leichter, oder schwerer? Der Einsatz für Gerechtigkeit ist es, für Solidarität, für Nächstenliebe… - da ist es sicherlich manchmal einfacher auf ein Stück Brot zu verzichten - aber, wenn schon, dann - aus Solidarität. Denn es nützt einem Armen ja nichts, wenn ich darauf verzichte und er es nicht erhält, weil es bei mir im Brotkorb ’schlummert’, oder? Aber ich kann z. B. in der Familie einen ‘Solidaritätsfond’ anlegen, was in etwa den Gegenwert dessen hat, worauf ich verzichte. War nur so eine Idee… und dann kann ich dem Fasten noch mehr abgewinnen und nicht nur ‘Pfunde’.
Tags: Jesaja
Na ja, dieses Jahr redet man in deutschen Landen viel von Wahl bzw. den Wahlen. In der heutigen Lesung aus dem Buch Deuteronium geht es auch um eine Wahl. “Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.” (Dtn 30,19) - Für uns Christen denke ich, ist das vordringlich. Sich für das Leben einsetzen. Das Leben zu wählen. Und das fängt in meinem Alltag an. Wo bin ich lebensfeindlicher oder lebensfreundlicher Umgebung ausgesetzt? Was kann ich tun, damit das Leben Einzug hält oder neuen Nährboden erhält? Im Kleinen beginnt Leben. Aus Zellen - klein und unscheinbar. Oftmals meinen wir, dass unser Einsatz für das Leben nichts oder so wenig bewirkt. Fangen wir einfach an - oder wieder an. “Wählen wir das Leben!”
Tags: Deuteronomium, Leben
Nach einer Pause - und dann auch noch in der Zeit, die dem “Osterhalleluja” voraus geht, möchte ich nun wieder regelmäßiger bloggen. Da hab’ ich gedacht, dass sich der Aschermittwoch zu einem Wiedereinstieg sehr gut anbietet. Viele Leute machen von heute an Diät-Pläne, Fastenkuren und so manches, was einem von irgendwelchen “Wellness-Experten” für Leib und Seele suggeriert wird. Für uns Christen heißt das jetzt nicht nur Verzicht auf Nahrung (auf Lieblingsspeisen oder Süßes, etc. - oder vielleicht sogar radikales Fasten), für uns geht es um eine Erneuerung der Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen. “So spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott!” (Joel 2,12-13) Zerknirschung - herzzerreißend? Ist es das, was Gott von mir möchte? Gott selbst ist daran interessiert, die Menschen, die sich von IHM entfernt haben, wieder für sich zu gewinnen. Gott ist leidenschaftlich. “Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land, und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.” (Joel 2,18) ER geht dem Menschen nach. ER möchte, dass sich die Menschen wieder zu IHM hinkehren. Umkehren. Und zwar aus vollem Herzen. Halbherzigkeit ist nicht gefragt. Nicht die äußeren Zeichen des Fastens sind so von Bedeutung wie ein Herz, das sich zerreißt - denn in diese Zerrissenheit kommt Gott mit Seiner Barm-Herz-igkeit, damit die Herzen von innen her geheilt werden. Halten wir IHM also heute unser Herz hin, dann ist schon ein Anfang gemacht.
Tags: Herz, Joel