Wie viele Kinder fiebern geradezu auf diesen Tag hin - endlich… Hl. Abend. Ich selbst habe ich mich gefragt: Habe ich diesen Tag auch so herbei gesehnt? Ja, ein wenig schon… aber, wenn ich ehrlich bin, sind meine Motive nicht nur rein auf das Ereignis, das wir heute Nacht wieder begehen, ausgerichtet. Ich bin froh, ein paar Tage vor mir zu haben, die nicht mit den verschiedenen Aufgaben ausgefüllt und vollgepackt sind. Und ich hoffe, mehr Zeit für Beschauliches zu haben. Und trotzdem… mich lässt diese Vorfreude der Kinder nicht los… ein wenig neidisch bin ich schon. Natürlich habe ich mich immer wieder selbst mit der Ankunft Christi beschäftigt, ER ist im Kommen. Habe ich IHM einen Platz bereitet? Ist Raum, dass ER kommen kann? - Ja, der Hausputz ist gemacht… der “Seelenputz” auch… Nun, dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Jetzt kann sie kommen - die Freude - die echte Weihnachtsfreude über den, der für uns gekommen ist, der für uns Mensch geworden ist - um uns zu erlösen. Dass ist es doch woran wir Christen glauben. Und das macht froh.
Allen, die dieses Blog lesen, möchte ich auf diesem Weg ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen und die tiefe Freude, die vom Kind in der Krippe ausgeht.
“Sein Name ist Johannes.” So bricht es aus Zacharias heraus. (Lk 1,57-66) Seit der Verkündigung seines Sohnes durch einen Engel war er stumm, da hat es ihm sprichwörtlich ‘die Sprache verschlagen’. Und er pries Gott. Das, was er neun Monate vorher nicht glauben wollte, hat sich nun verwirklicht. Nun kann er dem Lobpreis mit Worten Ausdruck verleihen. - Wie geht es mir dabei? Nein, ein Engel ist mir noch nicht erschienen und mir hat auch noch niemand so etwas Großartiges verkündet - und doch, was wäre wenn? Wir würde ich reagieren? Würde es mir nicht auch die ‘Sprache verschlagen’? Es geht doch um Glauben - um meinen Glauben. Aber, auch wenn nicht in so einer Situtation wie Zacharias stecke, kann ich doch Gott preisen - mit Worten und mit Liedern. Dazu hat er mir meine Zunge gegeben. Gepriesen sei Gott!
Tags: Lukasevangelium
Wenn man etwas geliehen hat, dann kann es durchaus sein, dass der Gegenstand bald zurück gefordert wird. Heute in der Lesung aus dem Buch Samuel (1 Sam 1,24-28) geht es um einen Menschen, um Samuel. Seine Mutter Hanna hatte von Gott ein Kind erbeten, weil sie unfruchtbar war. Gott hat sie beschenkt mit einem Sohn. Als der Knabe drei Jahre alt ist, nimmt sie ihn mit nach Schilo und überlässt ihn Eli, dem Priester. “Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderteter sein.”, so sagt sie. - Gilt das auch ein wenig für mein Leben? Mein Leben ist auch ein Geschenk Gottes. Ist es da nicht nur recht, dass ER es zurück fordert? Soll ich nicht auch so leben, als ob ich ein/e Zurückgeforderte/r bin? Zumindest lässt es mich nachdenken über meine Beziehung zu meinem Schöpfer.
Tags: Buch Samuel
David möchte für Gott einen Tempel bauen. Dem Propheten Natan wird dann gesagt, dass er David im Auftrag Gottes sagen möge: “Ich bin mit dir gewesen in allem , was du unternahmst… ich habe meinem Volk Israel Raum verschafft…. so dass es an seinem Platz sicher wohnen kann….” - “Nun verkündet der Herr dir nun, dass er selbst vielmehr dir ein Haus bauen wird. Dein Haus und deine Herrschaft sollen auf ewig vor mir Bestand haben..” - Es ist also nicht so, dass wir Gott Raum geben, sondern, dass ER uns Raum verschafft - Lebensraum. In Maria hat sich Gott selbst eine Wohnung bereitet, um das Leben der Menschen hautnah zu teilen. Das hat er durch dieses Prophetenwort angekündigt. Heute sind wir selbst gefordert, diesen Raum, den Gott uns schenkt, in seinem Sinne zu bewohnen und zugleich IHM eine Wohnung und für IHN Raum zu schaffen. Eine große Herausforderung für uns - heute.
Tags: Buch Samuel
Die Politik Gottes ist so ganz anders als wir Menschen meinen. Wir möchten, dass Gott mal so richtig eingreift ins Weltgeschehen und alles wieder gerade biegt. Doch Gott handelt anders… eben göttlich. In der heutigen Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 7,10-14) sagt er zum König von Juda: “Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben , aus der Höhe.” - Ahas möchte seinen Gott nicht auf die Probe stellen, so sagt er wenigstens. Jesaja, der Prophet, verkündet dann, dass Gott von sich aus ein Zeichen schicken wird: “Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben.” Gottes Politik kommt auf leisen Sohlen, in einem Kind, nicht mit großem Getöse, mit Pauken und Trompeten. Die Kraft der göttlichen Politik liegt in den Eigenschaften eines Kindes.
Tags: Jesaja
Eine Automarke wirbt mit diesem gesungenen Spruch. Ich würde diesen Satz abwandeln in: “Nichts ist unmöglich - bei Gott!” In den heutigen Tageslesungen wird das mal wieder deutlich. Unfruchtbaren Frauen wird ein Kind versprochen - durch einen Boten Gottes. Gottes Zusage heißt Leben. Die beiden Frauen, wie überhaupt die Frauen, denen Kinder versagt blieben, waren in der Gesellschaft nichts wert. Wertvoll war eine Frau erst dann, wenn sie Kinder zur Welt brachte. Wahrscheinlich haben sie beide mit ihrem Leben und vielleicht sogar mit Gott gehadert. Gott setzt sich über Grenzen (auch körperlicher Art) hinweg und macht Leben möglich. Nicht nur neues Leben in Gestalt eines Kindes, sondern ER belebt zugleich die Frauen in ihrer Würde. - Für mich stehen heute viele Fragen im Raum: Wo bin ich unfruchtbar? Wo brauche ich eine Wieder- oder Neubelebung? Lasse ich Gott an mir handeln? Vertraue ich darauf, dass für Gott nichts unmöglich ist?
Tags: Lukasevangelium
Wenn ich an den Namen “Immanuel” (oder Emmanuel) denke, dann fällt mir eine Begegebenheit ein. Ich war auf einer langen Zugreise in den Norden Deutschlands unterwegs. Mir gegenüber im Abteil saß eine Familie mit zwei Kindern. Eigentlich nichts besonderes - doch eines fiel mir auf: der Junge hieß Emanuel und die Tochter Emanuela. Nein, keine Zwillinge. Wie sich auf mein Fragen herausstellte, waren es praktizierende Christen, die an der Bedeutung des Namens besonderen Gefallen gefunden hatten. “Immanuel” bedeutet “Gott ist mit uns”. Gott sollte wohl mit den Kindern sein und daran sollten sie wohl , wenn sie ihren Namen hören, erinnert werden. Heute hören wir diesen Namen im Evangelium. Ob wir uns diesen Namen als Zweit- oder Drittnamen auch geben sollten? Ich fände es schön - oder wenigstens, wenn wir ab und zu daran dächten, dass Gott wirklich mit uns ist.
Tags: Matthäusevangelium
Ein wenig trocken mag uns das erste Kapitel des Matthäusevangeliums anmuten. Viele Namen werden da aufgezählt. - Viele Menschen in unserer Zeit interessieren sich wieder neu für ihre Ahnen und betreiben eine regelrechte Ahnenforschung. Manchmal möchte man ganz gerne wissen, ob da nicht ein berühmter Mensch im Stammbaum auftaucht. Das ist für den Evangelisten nicht das wichtigste, denn unter diesen Namen finden sich auch solche, die auch “Dreck am Stecken” haben. Was allerdings mit diesem Stammbaum ausgesagt werden soll, ist, dass Jesus - der Christus - der Verheißene ist, auf den alle Generationen gewartet haben. Endlich. Und zugleich stellt der Evangelist anhand der Generationenfolge dar, dass Jesu Ursprünge bis zu Abraham zurück verfolgt werden können. Für das Volk Israel war das wichtig. Nur - entschieden haben sich für Jesus als den Messias nicht nur sie, sondern viele Menschen. Von Generation zu Generation.
Tags: Matthäusevangelium
Wie schnell sagt man doch mal zu. “Ja, ich komme… oder ja, das mache ich…” - Und dann… dann kommen andere Sachen dazwischen, so dass man sich nicht mehr an das “Ja” erinnert. Man hat ‘ja’ gesagt und dann doch nicht getan, was man versprochen hatte. Das passiert wohl häufiger. Im Evangelium hören wir heute von so einem Vergleich. Von zwei Söhnen und von der Arbeit im Weinberg ist die Rede. Der erste sagte zu und ging dann nicht. Der zweite sagte nein und ging später doch, weil es ihn reute. “Wer von den beiden hat den Willen des Vaters erfüllt?” (Mt 21,31) - Ich selbst möchte mir heute vornehmen, mal meine “Jas” zu bedenken. Was habe ich versprochen? Kann ich es halten? Aber auch meine “Neins”. Reut mich vielleicht eines? Kann ich es noch in ein “Ja” ändern? - Es ist bei Gott nie zu spät. Auch ein spätes “Ja” ist ein “Ja”.
Tags: Matthäusevangelium
Kaum zu glauben. Heute begegnet uns in der Tageslesung aus dem Buch Numeri ein ‘blinder’ Seher namens Bileam. “Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel.” (Num 24,17) - Welche Visionen haben wir? Kommt es noch vor, dass in unsere Blindheit ein Lichtstrahl Gottes fällt? - Ich glaube ja. Manchmal scheinen wir mit Blindheit geschlagen. Aber der Geist Gottes wirkt - so wie bei Bileam - auch in vielen von uns. Manchmal müssen wir nur unsere Augen erheben, um die Sterne zu sehen. Wenn wir unseren Kopf gesenkt halten, dann sehen wir nur den Boden. Ich wünsche uns für heute einen offenen und wachen Blick, der “einen Stern aufgehen” sieht.
Tags: Numeri