Ein altbekanntes Kirchenlied kommt mir bei diesem Vers in den Sinn: “O Heiland reiß die Himmel auf…”. Wieder einmal, so lesen wir im Buch Jesaja, ist das Volk Israel vom Weg abgeirrt. Die Sehnsucht ist da, doch die Herzen sind verhärtet und so bittet der Prophet: “Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, so dass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind. Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir.” (Jes 63,17.19b) - Ein Stückchen Himmel möchten wir sehen. Wenn ich mir den natürlichen Himmel heute so ansehe, bei allem grau in grau, wünschte ich mir auch ein Fleckchen, wo sich die Sonne Bahn bricht. So ist es auch für mein geistliches Leben. Da wo ‘graue Wolken’ aufgezogen sind, wo sich mein Herz verdüstert, wo sich Nebel der Gedankenlosigkeit breit gemacht haben, da müsste dann auch einer rufen: “Reiß’ doch den Himmel auf…”. Lass Licht in mein Herz fluten, mach’ doch alles hell und klar. Diese Tage des Advents sind Tage der Umkehr, der erneuerten Hinkehr zum Licht. Nützen wir sie, diese Tage sind ein Geschenk des Himmels.
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“Bis bald…”, sagt man so leicht dahin, wenn man sich bei jemandem verabschiedet. Heute ist liturgisch gesehen, der letzte Tag des alten Kirchenjahres. Heute Abend beginnt mit der ersten Vesper das neue Kirchenjahr - der erste Adventssonntag. In der Lesung aus der Offenbarung (Off 22,1-7) hören wir “Siehe, ich komme bald.” Wir Christen leben in einer Erwartungshaltung. Wir erwarten die Wiederkunft des Herrn und ER hat verheißen, dass ER bald kommen wird. Und das dürfen wir jetzt wieder in den kommenden Wochen des Advents besonders feiern. In einer Haltung eines wachsamen Herzens mit einer gewissen Nüchternheit, auch wenn uns unsere “Konsumwelt”, in der wir leben, ganz anderes suggeriert. Vielleicht können wir ab und an, wenn wir zu jemandem sagen “Bis bald” uns auch daran erinnern, dass wir auf IHN, den Herrn, warten.
Tags: Offenbarung
Wenn einer “erhobenen Hauptes” daher kommt, dann ist das meistens jemand, der stolz ist und sich seiner Würde bewusst ist. Im heutigen Evangelium (Lk 21, 20-28) wird uns ein “Unheilsszenario” dargestellt wie es am Ende der Welt wohl sein wird. Aber wir sollen den Kopf nicht hängen lassen, denn Jesus sagt: “Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt euere Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.” - Er sagt nicht, dass wir uns ‘verkrümeln’ sollen, dass wir Schutz in einem Bunker suchen sollen oder uns flach auf den Boden werfen sollen. Nein - erhobenen Hauptes sollen wir auf IHN zugehen. ER hat uns die Verheißung gegeben, dass unsere Erlösung nahe ist. Wir brauchen keine Angst zu haben. Die Herrlichkeit Gottes erwartet uns. Das dürfen wir glauben und hoffen.
Tags: Lukasevangelium
Wer möchte das nicht - das Leben gewinnen? Gewinnspiele sind “in”. Je höher die Gewinnsummen desto größer der Andrang beim Spiel mitzumachen. Wenn diese Theorie stimmen würde, dann müsste in der Kirche ein riesiger Andrang sein. Aber, den kann man zumindest zur Zeit in unserem Land nicht gerade ausmachen. Jesus verspricht uns, dass wir das Leben gewinnen werden (Lk 21,19). Allerdings unter der Voraussetzung, dass wir standhaft bleiben - im Glauben. Nein, ein Spaziergang ist unser Leben wahrlich nicht. Jesus sagt uns Christen sogar voraus, dass wir Verfolgung und Bedrängnis auf uns nehmen werden müssen. Wir werden nicht einmal von den engsten Familienmitgliedern verschont. Aber er sagt uns auch, dass wir uns nicht um die rechten Worte zur Verteidung sorgen müssen. ER wird sie uns in Seiner Weisheit eingeben. Unsere Aufgabe ist es also, unseren Glauben zu nähren, damit wir den Anfechtungen stand halten können. Mit Seiner Hilfe ist das möglich. Allein IHM dürfen wir vertrauen - dann werden wir das Leben gewinnen.
Tags: Lukasevangelium
Wenn man die Verse des heutigen Evangeliums (Lk 21,5-11) liest, dann kann es einem Angst und Bange werden. Von Kriegen und Unruhen, von Erdbeben, von Seuchen und Hungersnöten ist da die Rede. “…schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.” (Vers 11) - Aber Jesus sagt auch: “Gebt acht, dass man euch nicht irreführt!… lasst euch nicht erschrecken!” - Wir sollen uns also nicht ängstigen. Die Welt wird vergehen und es gibt ‘erste’ Anzeichen. Die sehen wir auch jetzt schon - dank Multi-Media kommt die Welt zu uns ins Haus. Wir Christen sollen wachsam sein. Christus wird wiederkommen, wie ER verheißen hat. Doch wir kennen weder Zeit noch Stunde. Angesichts von vielen Schreckensmeldungen sollen wir uns nicht ’scheu’ machen lassen, sondern in gelassener Achtsamkeit die Wiederkunft des Herrn erwarten. Advent. So wünsche ich uns - nicht nur für heute - Gelassenheit und viel Gottvertrauen.
Tags: Lukasevangelium
Im Mittelpunkt des heutigen Evangeliums (Lk 21,1-4) stehen zwei kleine Münzen. Nein, nicht so sehr das materielle, sondern der Mensch - in diesem Fall eine arme Witwe - der diese Münzen gibt. Diese Münzen stehen für den ganzen Besitz, den ganzen Lebensunterhalt. Jesus ist im Tempel und beobachtet die Menschen. Da gibt es jene, die großzügig in den Opferkasten werfen - sie geben etwas ab von ihrem Reichtum. Und dann gibt es diese Witwe, die alles gab. Jesus möchte hier kein “Moralapostel” sein und die ‘Reichen’ verurteilen. Vielmehr möchte er auf die Haltung der Frau aufmerksam machen. Sie gibt alles, was sie hat, sie stellt alles zur Verfügung, was sie eigentlich zum Leben bräuchte. Sie hat ihr Leben ganz hin auf Gott ausgerichtet, sie legt alles ’sinnbildlich’ zurück in seine Hände. - Ich selbst habe mir heute die Frage gestellt: Wie sehen meine Münzen aus? Welche Haltungen verbergen sich hinter ihnen? Welche Münze meines Lebens biete ich Gott an? Nur einen kleinen Teil, den ich meine, abgeben zu können, oder mein ganzes Leben?
Tags: Lukasevangelium
Welche Eigenschaften schreibt man einem König zu, der ein Volk ‘vernünftig’ regiert? - Sicherlich nicht all jene Eigenschaften, die eher mit der Unterdrückung eines Volkes zu tun haben. Heute feiert die Kirche den Christkönigssonntag, den letzten Sonntag im Kirchenjahr, den ‘krönenden’ Abschluss. Im Evangelium (Mt 25,31-46) hören wir vom so genannten Weltgericht. Christus wird wieder kommen in Herrlichkeit und wird richten über die Lebenden und Toten. Hier wird ER beschrieben als König, der auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt. Wir Menschen brauchen Bilder, um unsere Vorstellungskraft anzuregen. Hier wird uns allerdings ein König dargestellt, der sich mit den armen und schwachen Menschen solidarisiert, mit den Hungrigen, den Durstigen, den Fremden, den Obdachlosen, den Kranken, den Gefangenen. Und wir Menschen werden daran gemessen, was wir in Liebe diesen oben genannten Personengruppen getan haben. Was wir ihnen getan haben, das haben wir IHM getan, denn SEIN Königtum ist nicht von dieser Welt, sondern hat im Reich der Liebe und des Friedens seinen Sitz.
Tags: Matthäusevangelium
Das, was im heutigen Evangelium im Mittelpunkt steht - nämlich die Frage nach der Auferstehung - treibt wohl viele Menschen unserer Zeit auch um. Wenn ich mit Menschen ins Gespräch über dieses Thema komme, herrschen manchmal “eigenartige” Meinungen dazu vor. Da habe ich manchmal den Eindruck, dass sich manche Leute ihren Glauben zusammensetzen wie ein paar Stücke Stoff (eben wie Patch-Work). Aus jener Religion holen sie sich das heraus, aus der anderen das. - Für mich ist das auch ein Zeichen der Zeit. Viele Christen sind unsicher in ihrem Glauben. Glaubenswahrheiten werden nicht mehr einfach so “gelernt” wie das vielleicht einmal früher im Katechismusunterricht der Fall war. Vielmehr spüre ich ein Ringen, ein Ringen um Erkenntnis und Wahrheit. Und oftmals kommt dann so eine Frage, wie sie die Sadduzäer heute stellen: Wie ist das eigentlich mit der Auferstehung der Toten? - Klar, dass wir irdisch eingestellten Menschen auch mit “irdischen” Vorstellungen liebäugeln. Doch Jesus sagt:“…die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung der Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen (Kindern) Gottes geworden sind.” (Lk 20,35-36) - Das ist doch ein Zusage, ein sehr tröstliche, nicht wahr? - Wir Menschen brauchen Bilder, Vorstellungen für das, was nach diesem irdischen Leben kommen wird. Doch, das würde wohl jetzt unsere Vorstellungskraft sprengen - die Herrlichkeit, die uns erwartet. Halten wir an Jesu Wort fest, dann brauchen wir keine zusammen gebastelte Religion, die an ihren “Nahtstellen” sehr brüchig ist. SEIN Wort genügt.
Tags: Lukasevangelium
“Wenn du doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt…” - Diese Worte aus dem Lukasevangelium (Lk 19,41-44) hören wir heute. Mir selbst gilt die Frage: Was bringt Frieden, was bringt mir Frieden, wann befinde ich mich im Frieden? - Und dann merke ich, wie schwierig es ist, eine “vernünftige” Antwort darauf zu geben. Viel schneller fällt mir ein, was mich nicht zum Frieden kommen lässt, wo mein Herz unruhig ist, wo Worte gefallen sind, die besser ungesagt geblieben wären. - Die Worte des Evangeliums laden ein, die Zeit der Gnade zu erkennen. Jesus bezieht seine Worte auf die Stadt Jerusalem, das Zentrum des jüdischen Glaubens. - Wir können diese Worte heute auf unser geistliches Zentrum, auf unser Inneres beziehen. “Wenn du doch erkannt hättest…” - Ja, beten wir um die rechte Erkenntnis, Erkenntnis, wo Frieden Not tut im Kleinen wie im Großen.
Tags: Lukasevangelium
Mit der hl. Elisabeth v. Thüringen gedenkt die Kirche heute einer Heiligen, der dieser Gedanke in Fleisch und Blut übergegangen ist. Natürlich mag mancher sagen: “Wenn man reich ist, ist das wohl leichter!” - Ich denke, dass auch sie sich durchgerungen hat, um der Armut ihrer Zeit ein wenig entgegen zu setzen. Sie ist für damalige Zeiten in gut situierten Verhältnissen groß geworden - immerhin war sie die Tochter des Königs von Ungarn. Aber sie hat sich anrühren lassen vom Leid der Menschen. - Für mich selbst, gerade in meiner Aufgabe als Missionsprokuratorin, ist dieser Aspekt sehr wichtig geworden. Tag für Tag werde ich auch mit leidvollen Situationen konfrontiert und ich stehe sehr oft vor der Frage, wie ich am besten weiterhelfen kann. Und manchmal wünsche ich mir einen “Goldesel”, um alle Anfragenden mit dem Nötigsten zu versorgen. Aber leider - oder besser Gott sei Dank gibt es ihn nicht, denn Gott möchte, dass wir uns anrühren lassen vom Leid der Mitmenschen. Denn Mit-Leid ist ein Weg der Gottesbegegnung. Manchmal übersehen wir diesen Weg. Ich wünsche mir, dass wir diesen Weg wieder neu entdecken.
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