Wer vermag sie nicht zu lesen und zu deuten, die Zeichen der Zeit? - Gerade in Zeiten, in denen man das Wort “Krise” kaum noch hören kann und so viele Deutungsversuche im Umlauf sind… Wer vermag die Zeichen Gottes zu sehen und zu deuten? Im heutigen Evangelium (Lk 12,54-59) richtet Jesus an uns die Gegenfrage: “Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?” - Ich denke, dass Jesus zu recht diese Gegenfrage stellt. Wir meinen, aufgrund von physischen Gesetzmäßigkeiten und wissenschaftlichen Untersuchungen bereits “alles” zu wissen - und lassen Gott außer Acht. Sollten wir uns nicht immer wieder nach dem Willen Gottes in den Begebenheiten unseres Alltags fragen lassen? Ich glaube, wir sollten da wieder ein größeres Gespür entwickeln - für das, was Gott von mir, von uns möchte - hier und jetzt. Aber das wird nur gelingen, wenn wir uns am Evangelium - am Wort Gottes ausrichten, als Richtschnur. Dann denke ich, werden wir die Zeichen der Zeit richtig zu deuten vermögen.
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“Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!” (Lk 12,49) - Der Abschnitt aus dem Lukasevangelium, der für die heutige Liturgie vorgesehen ist, wirft wohl so manche Frage auf. Auf der einen Seite möchte Jesus, dass uns warm wird - durch das Feuer, dass ER auf die Erde geworfen hat. Aber, es hat wohl noch nicht alle Herzen erfasst. Feuer - ein Symbol mit verschiedenen Deutungen: Wärme, reinigende Kraft (wenn man z. B. das Herauslösen von Metallen aus Erzen bedenkt), und nicht zuletzt auch Zerstörung. Tja, welche der Deutungen passt da auf dieses Bibelstelle? - Die ersten Verse lassen eher erkennen, dass es sich um das Feuer der Liebe Gottes handelt.. die Verse (51-53) sprechen da eine andere Sprache. Von Spaltung ist da die Rede. An Jesus werden sich die Geister spalten. - Für mich heißt das: für wen entscheide ich mich - für den “Brandstifter”, der die Herzen in Brand zu setzen vermag, oder … und das kann dann durchaus zu Konflikten mit Menschen führen, die mir sogar ganz nah stehen… Lassen wir uns anrühren vom Feuer des Geistes, denn nichts anderes wünschte sich Jesus.
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“Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.” (Lk 12,48) - Wir Christen haben mit unserer Taufe Mitverantwortung übernommen, die einen mehr, andere weniger… manche machen sich gar nichts draus. Im heutigen Gleichnis vom treuen Verwalter wird das ein wenig deutlich. Wir alle leben in einer ER-wartungshaltung - nur - wen oder was erwarten wir eigentlich? Haben wir schon aufgehört, auf IHN zu warten? Und, was haben wir eigentlich zu “verwalten”? - Wir verwalten die Erkenntnis des göttlichen Willens. “Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen.” (Lk 12,47) - Diejenigen, die also den Willen Gottes kennen, haben eine besondere Verantwortung. Vor allem den anderen gegenüber, genauso wie Gott gegenüber.
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Heute begegnet uns im Epheserbrief das Bild eines “Gebäudes”, eines “Baus”. Von Fundament, Schlussstein und Wohnung ist hier die Rede (Eph 2,12-22). Vor allem in den letzten Versen dieses Abschnitts. Fundament sind also die Apostel und Propheten, Christus Jesus ist der Schlussstein und wir werden im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut. - Eigentlich ein schönes Bild, wenn man das so betrachtet. Die, die uns voraus gegangen sind, die gegen viele Widerstände den Gott des Lebens verkündet haben, bilden die Grundstruktur, damit wir einen festen Stand haben. Christus hat den Schlussstein gesetzt. Mit IHM hat das Erlösungswerk seinen Abschluss gefunden und der Hl. Geist, den ER uns gesandt hat, setzt an uns den Bau fort, damit wir eingebunden werden in das Gesamtwerk des Heils. - Nun kann ich mich selbst fragen: welcher Stein bin ich wohl in diesem Gebilde? - Aber das ist letztlich nicht wichtig - Hauptsache, dass der Hl. Geist, der der Baumeister ist, weiß, wohin ER mich in diesem Bau setzt .
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Ja, so kann man wohl den Abschnitt aus dem Epheserbrief betiteln. “Aus Gnade seid ihr gerettet…” (Eph 2,5) - noch ein weiteres Mal steht dort “aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet” (Eph 2,8). Nicht aus eigener Kraft vermögen wir irgendetwas - Gott hat alles geschenkt. Auch nicht aufgrund unserer Werke dürfen wir uns rühmen. Wir sollen uns immer mehr als Gottes Geschöpfe begreifen und dass wir dazu geschaffen sind, die guten Werke, die Gott für uns im voraus bereitet hat, zu tun. - Gewaltige Worte in einer Zeit, in der viele meinen, dass alle Kraft von den Menschen selbst ausgeht, dass sie “allmächtig” wären. Und manchmal sind wir doch selbst so, nicht wahr? Selbstüberschätzung liegt da nicht fern. “Wir, die wir infolge unserer Sünden tot waren, hat Gott, in seiner großen Liebe, …. , zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht.” - Das finde ich sehr tröstlich. Wenn Gott uns nicht so sehr lieben würde… Seine Gnade macht alles möglich.
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Diese Frage steht meines Erachtens heute hinter den Worten des Evangeliums, in dem die Pharisäer Jesus die Frage nach der kaiserlichen Steuer stellen und ihn in einen Hinterhalt locken wollen. Jesus ist um eine Antwort nicht verlegen. Wir hätten uns wohl sehr schwer getan, eine Antwort auf die Frage der Pharisäer: “Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht?” (Mt 22, 17) zu geben. Jesus stellt eine Gegenfrage als er die Anwesenden um eine Münze bittet, mit der sie Steuern zahlen. “Wessen Bild und Aufschrift ist das?” - Die Pharisäer geben sich also selbst die Antwort: “Des Kaisers.” - “Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!” - Wem gehört nun was? -Ist es nicht so, dass alles Gott gehört? Wir gehören übrigens auch IHM. Ich denke, dass diese Frage zuerst zu bedenken ist. Alle anderen Fragen sind zweitrangig und ordnen sich dieser Frage unter.
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Diese Worte prägen den Abschnitt aus dem Lukasevangelium, den wir heute am Fest des Evangelisten Lukas hören. “Geht!” (Lk 10,3)- Diesem Wort geht die Sendung der zweiundsiebzig Jünger in die Dörfer und Ortschaften voraus. “Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!” (Lk 10,5) - “Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet…” (Lk 10,7) - Für mich haben diese drei Worte - gehen, kommen und bleiben - den Klang von Mission, also Sendung. Wie alle Christen bin ich gesandt. Auch mir gelten die Worte Jesu. “Geh’ zu den Menschen! - Komm’ in ihre Häuser und wünsche den Menschen Frieden! - Bleibe bei ihnen und teile mit ihnen das Leben!” So wünsche ich uns immer mehr ein Leben voller Bewegung. Ein Kommen und Gehen - mit kleinen Pausen des Verweilens, des Bleibens. Als Gesandte dürfen wir in Bewegung bleiben - hin zu den Menschen in nah und fern.
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Die Worte “Fürchtet euch nicht!” sollen wohl an die 365 Mal in der Bibel vorkommen. Für jeden Tag des Jahres einmal diesen Zuspruch. Im heutigen Evangelium kommt er gleich zwei Mal vor. - Allerdings zeigt Jesus auch auf, vor wem wir uns wirklich zu fürchten haben. “Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn soll ihr fürchten.” (Lk 12,5) - Fast im gleichen Atemzug fügt er dann noch hinzu: “Gott vergisst nicht einen von ihnen.” Bei Gott sind wir alle wertvoll - “ihr seid mehr wert als viele Spatzen”. Er sorgt sich um uns. Wir sollen uns hingegen vor dem Sauerteig der Pharisäer hüten, der da “Heuchelei” heißt. - Mir machen die heutigen Worte des Evangeliums Mut, allerdings braucht es auch den Geist der Unterscheidung, um das “Richtige” und “Wahre” in unseren Beziehungen herauszufiltern. Und dann - liegt es auch an mir, nicht ins Fahrwasser des “Pharisäertums” zu kommen und da mitzuschwimmen. Gott sorgt sich - auch um mich, aber er möchte, dass ich mich so verhalte, wie ER es möchte.
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Liebe muss wohl für alles herhalten. Sie ist in aller Munde, doch nicht alle verstehen unter Liebe das Gleiche. Papst Benedikt ist in seiner Enzyklika “Deus caritas est” auch auf die Begrifflichkeit “Liebe” eingegangen und hat deutlich differenziert. Heute steht in der Lesung der Eigentexte der hl. Margareta Maria Alacoque aus dem Epheserbrief: “In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr… fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt.” (Eph 3,17-19) - Also, in der Liebe bleiben (so wie es so schön im Johannesevangelium steht), sich immer mehr verwurzeln und einwurzeln lassen - das ist die Grundlage, um Erkenntnis zu erlangen. Herz und Verstand müssen in anbetender Weise zusammenschwingen, wenn einem die Gnade der Gotteserkenntnis zuteil werden soll. Denn den Anfang dieser Perikope sollten wir nicht außer Acht lassen: “Ich beuge meine Knie vor dem Vater…”
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Was für eine Frage! Es gibt so vieles, um das sich zu bitten lohnt. Tausend Anliegen fallen uns mit einem Schlag ein… Ist es wirklich so? Denken wir doch einen Moment nach… Worum habe ich heute gebetet? Wen oder was habe ich in mein Beten eingeschlossen? Im Römerbrief lesen wir heute - am Gedenktag der hl. Theresia v. Avila: “So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selbst tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können.” (Röm 8,26) Und weiter heißt es dort: “Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist..” Nicht immer ist es wirklich so, dass wir wüssten, worum wir beten sollen. Aber der Geist Gottes weiß es schon - ER kennt unser Herz. Das heißt jetzt nicht, dass wir um gar nichts mehr bitten sollen. An uns ist es, IHM unser Herz hinzuhalten, damit ER darin lesen kann. Uns fehlt es oft an den richtigen Worten, da kommt nicht mal ein Stammeln über unsere Lippen. Lassen wir also den Geist Gottes machen. “ER tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.”
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