Nein, wenn man jemanden aus der Welt schafft - nein, damit ist es nicht getan. Das hatten die Pharisäer vor. “Sie fassten den Beschluss, Jesus umzubringen.” (Mt 12,14) - Doch Jesu Stunde ist noch nicht gekommen und so entzieht er sich ihnen. Mit einem Abschnitt aus dem Buch Jesaja (Lied vom Gottesknecht) wird seine Identität untermauert. In IHM erfüllen sich die Prophetenworte. Und so wie es im Vers 21 heißt: “Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.” - ER allein ist Hoffnungsbringer - nicht nur für die Kranken, für die ER eine besondere Vorliebe hat. Jesus ist für alle Menschen in die Welt gekommen, um sie zu erlösen. Das ist das Befreiende Seiner Botschaft.
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Wie sieht es denn aus mit dem Sonntagsgebot heute? Wo sind denn die Pharisäer, die auf das Sonntagsgebot verweisen? Sind das gerade noch die Kirchen? Heute im Evangelium (Mt 12, 1-8) hören wir, wie Jesus mit seinen Jüngern am Sabbat unterwegs ist. Die Jünger reißen Ähren auf dem Kornfeld ab, weil sie Hunger haben. - Wie sieht denn ein Sonntag aus, den wir lieben? Was gehört denn da alles dazu? Ausschlafen, gut essen, mit der Familie unterwegs sein, einem Hobby nachgehen - und wo bleibt Gott? Wo bekommt ER noch Raum? - Eigentlich geht es darum, den Sonntag zu heiligen (wie es im 3. Gebot heißt). Die Pharisäer hier im Evangelium sind eher darauf bedacht, dass alle (Sonntags-) Gebote eingehalten werden. Heute ist es eher so, dass alles andere gemacht wird - nur das “Wichtigste” - die Beziehungspflege mit Gott - die fehlt immer öfters. Was unterscheidet denn den Sonntag von anderen Tagen? - Ich denke, dass wir - gerade auch wir Christen - uns wieder mehr auf den unterscheidenden Inhalt des Sonntags konzentrieren sollten - zum Wohle des Menschen.
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Was muss noch alles geschehen, damit die Menschen glauben und umkehren? Da geschehen Zeichen und Wunder - nichts zu machen. Im heutigen Evangelium (Mt 11,20-24) macht Jesus den Einwohnern von Chorazin und Betsaida Vorwürfe. Da rackert ER sich ab, heilt Menschen, spricht ihnen gut zu - eine neue Botschaft. Doch von seiten der Einwohner keine entsprechende Reaktion. - Ist das nicht auch ein Zeichen unserer Zeit? Viel Gutes passiert - durch das Wort Gottes. Doch die meisten Menschen erkennen das nicht und leben so weiter wie bisher. Und ich selbst? Was rührt mich denn an, damit sich bei mir etwas ändert? Rütteln nur noch Katastrophen auf ? Auch die Sensationsnachrichten haben nur eine geringe “Halbwertszeit”. Was also muss passieren, damit die Menschen glauben und umkehren? In mir fühle ich Hilf- und Ratlosigkeit. Doch ich vertraue darauf, dass Gott Wege findet zu den Menschen - ganz persönliche.
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Gewinnspiele gibt es viele. Am besten noch ohne Einsatz. “Das Leben gewinnen” - ohne Einsatz. Nein, in der jesuanischen Logik ist das nicht möglich. Der volle Einsatz - das Leben - wird gefordert. “Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.” (Mt 10,39) Manchmal meine ich, meilenweit von dieser Forderung entfernt zu sein. Das Risiko ist schon ganz schön groß. “Wer nicht risikiert, der nicht gewinnt!”, so heißt ein Slogan. Lieber möchte ich mich nach allen Seiten hin absichern. Die Versicherungsbranche boomt. Aber natürlich, so werden die meisten sagen, brauche ich Versicherungen (viele sind ja sogar gesetzlich vorgeschrieben). Meine Lebensversicherung - wie sieht die denn aus? Bin ich bereit, mein Leben einsetzen - um Jesu willen? Wer in der Nachfolge Jesu steht, für den gehört das mit dazu - das Risiko, sein Leben hinzugeben. Für die ersten zwölf Apostel (für die meisten von ihnen) endete das Leben als Martyrium. Jesus sprach ja in erster Linie zu ihnen - aber auch für mich sind diese Worte aufgeschrieben. Eine Mitschwester sagte einmal zu mir: “Das, was nichts kostet, ist nichts wert!” - Ein Leben ohne Einsatz ist folglich nichts (bzw. wenig) wert, erst: wenn ich mein Leben für Jesus (und meine Nächsten) einsetze, bekommt es Sinn und Wert.
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Von Samen und Worten ist heute in den Lesungstexten und im Evangelium die Rede. Jesus zieht im Evangelium ein Gleichnis zu Rate (Mt 13,1-13). Im Buch Jesaja wird auch der Vergleich des Wortes mit dem Samen gewählt. “Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.” - Wie geht es mir mit dem Wort Gottes? Wo fällt es bei mir hin? Wird es mir zur Nahrung? Welche Bedeutung messe ich dem “Wort-Gottesdienst” zu? - Viele Fragen, die mich heute bewegen. Und es ist gut, dass sich bei mir etwas bewegt. Denn das Wort ist nichts Statisches, in IHM liegt eine Dynamik, die grundgelegt ist. Wie in einem Samen. Wenn man ein Samenkorn in Händen hält, weiß man noch nicht, was aus ihm wird. Aber in ihm ist viel Gutes angelegt. Nur - wenn es nicht ausgesät wird, wenn es nicht die Lebensumstände bekommt, die es braucht, um Frucht zu bringen, ja dann… So ist es auch mit dem Wort - wenn es nicht ausgesät (verkündet) wird, dann kann es nicht die Dynamik entwickeln, die es braucht, um (bei den Menschen) anzukommen. Also - “Wort-Samen” säen - ganz egal wohin - denn Gott ist es, der wachsen lässt.
Tags: Jesaja, Wort Gottes
Schon ganz schön spannend die Berufungsgeschichte des Jesaja. Die Vision von der Herrlichkeit Gottes, die Reinigung und schließlich die Sendung. In der Betrachtung des Abschnitts aus dem Buch Jesaja (Jes 6,1-8) habe ich mir diese Szene so bildlich vorgestellt. Vielleicht wie in einem großen Gemälde - der Schreiber malt diese Szene ja sehr plastisch aus. Der Herr auf dem Thron, die Serafim, mit ihren sechs Flügeln und ihrem mächtigen Gesang - und dann merkt der “Visionär” dass er in dieser Szene einen unwürdigen Platz einnimmt. “Ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere, gesehen.” Da kommt dann ein Engel mit einer glühenden Kohle und berührt seine Lippen. “Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt.” - Ja, eine ‘heiße Sache’. Die reinigende Kraft des Feuers (der Kohle). Mit gereinigten Lippen lässt sich Jesaja dann senden. “Hier bin ich, sende mich!” - Eine anrührende Berufungsgeschichte mit einem ‘Dreiklang’. Zuerst muss er sich der Herrlichkeit und Größe Gottes bewusst werden, der zugleich unnahbar und doch nah ist, dann das Bewusstwerden der eigenen Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit und schließlich nach der Reinigung (die durch Gott bzw. durch seinen Boten geschieht) die Bereitschaft zur Sendung. Berufung, die einmalig ist und doch wiederkehrende Punkte aufweist. Eine ‘heiße Sache’, nicht wahr?
Tags: Berufung, Jesaja
Diese Frage hat sich wohl jeder schon mal gestellt. Bei Kindern löst sie manchmal ein Lächeln hervor. Sie möchten jeden noch so kleinen Dienst vergolten bekommen. Heute, wo die Kirche das Fest des hl. Benedikt, des Mönchvaters des Abendlandes, feiert, hören wir das Evanglium von der Nachfolge (Mt 19,27-29). Petrus sagt da zu Jesus: “Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?” - Jesus holt dann weit aus, beginnend von der Erschaffung der Welt … bis zum Letzten Gericht. ER verheißt einen Platz im Himmel - zumindest den Aposteln. Aber auch für all die anderen gibt es das Hundertfache und das Ewige Leben. Es lohnt sich also, nicht wahr? Jeder Christ hat sich wohl schon die Frage gestellt: Wie lohnend ist Christsein für mich? Bringt das was für mein Leben? - Sehr egoistisch gedacht und doch beschäftigt einen so eine Frage. Aber heißt Christsein nicht gerade: Meinem Nächsten Gutes zu tun? In der Regel des hl. Benedikt steht: “Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist.” - Letztlich heißt das: die ‘Goldene Regel’ beachten, oder?
Tags: Matthäusevangelium
Gottesvorstellungen und Gottesbilder gibt es wohl viele. Gerade vom Alten Testament erwartet man vielleicht nicht die, die uns im Buch Hosea vorgestellt wird. Gott, der sich seines Volkes annimmt wie Vater und Mutter. “Ich war da für sie wie die Eltern, die den Säugling an ihre Wange heben.” (Hos 11,4). Ist das nicht ein wunderbares Bild? Wie zärtliche Eltern, Zuneigung und Sorge sprechen aus diesen Versen. - Aber das Volk ist blind. “Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte.” - Gott lässt nichts unversucht. Ja, ER (und SIE) liebt die Kinder (das Volk) gerade zu auf verrückte Weise. “Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe.” Ein starkes Bild für eine “abgöttische” Liebe - für eine Liebe, die ‘bindend’ ist. Gott ist ein Gott, der mit ‘eifersüchtiger’ Liebe liebt. Aber “ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken … denn ich bin Gott, nicht ein Mensch..” - ‘Gott sei Dank’ denke ich bei mir. Was würde geschehen, wenn Gott auch noch ‘ausrastet’, wie so viele eifersüchtige Menschen? - Was für mich bei diesem Abschnitt wichtig ist: Gottes Liebe zu mir zulassen. Das ist wahrscheinlich das, was manchmal so schwer fällt, weil wir das so schwer glauben können. Dass wir einen Gott haben, der uns ‘abgöttisch’ liebt - wie Vater und Mutter ihr Kind lieben.
Tags: Gottesbild, Hosea
“Es ist Zeit.” - Wie oft hört man doch diese Worte. Dann, wenn ein Zeitpunkt gekommen ist. Ein Zeitpunkt, um aufzubrechen. Wie viele Mütter haben ihren Kindern zugerufen: “Es ist Zeit!” Das heißt dann: “Komm, mach dich auf, du musst zur Schule oder komm, wir müssen noch dies oder jener erledigen.” - Heute in der Lesung hören wir aus dem Buch Hosea: “Es ist Zeit, den Herr zu suchen; dann wird er kommen und euch mit Heil überschütten.” Gerade der letzte Vers (Hos 10,12) hat es in sich. Mit einem dieser Sätze haben wir unseren Formationsplan überschrieben (”Nehmt Neuland unter den Pflug!”). - Aber zurück. Ja, es ist Zeit - Zeit, den Herrn zu suchen. Ich glaube, dass es immer wieder Zeiten gibt, wo ER für uns weit weg erscheint und man möchte meinen, dass ER nicht da ist. Obwohl ER uns näher ist als wir denken. Immer wieder heißt es: sich aufmachen, um den Herrn zu suchen. Unser ganzes Leben ist in dieser Such-Bewegung. Denn - wenn wir meinen, IHN gefunden zu haben, ist ER schon wieder ganz anders. Immer wieder neu. Schon in der Suche liegt Heil. ER wird uns entgegen kommen. Nur eines ist wichtig - nie aufhören mit der Suche.
Tags: Hosea
Alle Leute staunten und sagten: “So etwas ist in Israel noch nie geschehen.” (Mt 9,33) - Was war passiert? Jesus hat einen Stummen, der von einem Dämon besessen war, geheilt. Auf der einen Seite Staunen - auf der anderen Seite Nachdenken und Unglauben. Für mich stellt sich die Frage: Hätten nicht sehr viele Menschen zum Glauben kommen können nach all den Wundern und Zeichen, die Jesus getan hat? Meistens waren es nur die Geheilten, die auf Jesus und seine Wirkmacht vertraut, also IHM geglaubt haben. Jesus hat Mitleid mit den viele kranken und leidenden Menschen und ER stellt fest, dass sie eigentlich keinen haben, der sich ihrer annimmt, der sie leitet und führt. Und so sagt er zu seinen Jüngern, dass die Ernte groß ist, es aber nur wenige Arbeiter gibt. So wie die Jünger sollen auch wir um Arbeiter bitten. Wie wäre es, wenn wir, wenn uns viele Arbeiter und Arbeiterinnen für den Weinberg geschenkt werden, dann auch sagen könnten: “So etwas ist noch nie geschehen.” - Vertrauen wir auf doch auf die Wirkmacht Gottes!
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