Monatsarchiv für Juni 2008

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Unterwegs zum anderen Ufer

Mal wieder unterwegs. Das Ziel: das andere Ufer. Jesus ist ein Wanderprediger. Im heutigen Evangelium (Mt 8, 18-22) ist er umringt von vielen Menschen. Er möchte sich offensichtlich von ihnen nicht festhalten lassen und befiehlt, ans andere Ufer zu fahren. Das “andere” Ufer steht wohl als Sinnbild für die “andere”, neue Welt. Und dann gibt es Menschen, die möchten ihm folgen. “Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst.” Zur Nachfolge gehört auch dazu, und das macht Jesus mit seiner Antwort deutlich, ein anspruchsloses Leben zu führen. “Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.” Und genauso gehört zur Nachfolge dazu, alles hinter sich zu lassen, das was einem lieb war (“Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben!”). Das heißt nun nicht, seinen Angehörigen keine Liebe zu erweisen, sondern, sich zu befreien von allzu festen Bindungen. Für die Nachfolge Jesu heißt das: frei zu sein, ungebunden und keine Ansprüche zu haben, sich mit dem zufrieden zu geben, was das Leben gerade anbietet. Das ist nicht immer leicht und immer wieder darf ich mich hinterfragen, wie mein Weg der Nachfolge aussieht. Bin ich schon gereift auf dem Weg ans “andere” Ufer? Denn das ist das Ziel.

Geschrieben von Sr. Birgit am 30. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Aller guten Dinge sind drei

Ja, manchmal sind Wiederholungen angebracht. Wie oft passiert es während eines Tages, dass man seinem Partner/seiner Partnerin sagt: “Ich liebe dich!” - Es genügt einfach nicht, nur einmal diese Zusage zu machen. Immer wieder muss das zur Gewissheit werden. Wenn ich nun das Evangelium (Joh 21,1.15-19) des Vorabends des Hochfestes der Apostel Petrus und Paulus ansehe, dann wiederholt sich da auch die Frage nach der Liebe. Jesus fragt Petrus: “Liebst du mich?” Und dreimal antwortet Petrus darauf. Beim dritten Mal ist er fast traurig, dass ihn Jesus nun schon wieder fragt. “Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe.” Und nach jeder Antwort geschieht Sendung. “Weide meine Schafe!” Bei Petrus kann man da natürlich sehr schnell eine Parallele zu seinem dreimaligen Verrat ziehen und er weiß wohl darum. Aber, was kann das nun für mich bedeuten? Braucht Jesus meine Antwort auf seine Liebe? - Ja, die möchte ER gerne haben. ER ist zwar nicht angewiesen auf diese so unvollkommene, bruchstückhafte Liebe, aber ER möchte, dass wir Antwort auf SEINE Liebe geben. Erst dann kann Sendung (missio) geschehen. Erst, wenn ER sich sicher ist, dass die Menschen SEINE Liebe anerkennen und erwidern, sendet ER. Und manchmal braucht es einfach mehr als eine Antwort. Aller guten Dinge sind drei… oder manchmal auch mehr…

Geschrieben von Sr. Birgit am 29. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Ein Wort genügt

Ja, manchmal genügt schon ein Wort und eine große Veränderung tritt ein. Manchmal erwarten wir ein Wort, das uns zugesprochen wird, das heilend wirkt. Von so einer heilenden Geschichte erzählt uns das Tagesevangelium (Mt 8,5-17). Da kommt ein Hauptmann zu Jesus und bittet ihn um die Heilung seines Dieners. “Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.” In jeder hl. Messe sprechen wir das nach: “Sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund.” Warte ich denn wirklich auf dieses eine Wort, das mich, das den Diener gesund macht? Schon oft habe ich mich gefragt: “Und - welches Wort hat mich nun wirklich angesprochen in diesem Gottesdienst? Welches der vielen Worte nimmt Einfluss auf mein Leben?” Ein Wort - aber bitte ein “Richtiges”, das wirklich weiterhilft. Dabei ist eines immens wichtig - der Glaube. Ohne den geht nichts. Denn schließlich entlässt Jesus den Hauptmann mit den Worten: “Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast.” Dieser Satz erinnert so ein bisschen an Maria: “Mir geschehe, wie du es gesagt hast.” - Ich wünsche mir, dass mein Glaube in die Wirkmächtigkeit des Wortes, das Gott spricht, wächst. Dann genügt auch schon ein Wort.

Geschrieben von Sr. Birgit am 28. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | 1 Kommentar

Von wegen Berührungsangst

Nein, Jesus kannte keine Berührungsängste. Heute trifft das Evangelium vom Aussätzigen, der Jesus um Heilung bittet (Mt 8,1-4). Ein Aussätziger fiel vor Jesus nieder und sagte: “Herr, wenn du willst, kanst du machen, dass ich rein werde. Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!” Ist schon eine eigenartige Situation, wenn man weiß, dass Aussätzige sich weit weg von den anderen Menschen aufhalten mussten, manche waren mit Glöckchen oder Ratschen ausgerüstet, um ein Signal zu geben, dass man auf Abstand bleiben soll. Da ist nun einer, der hat den Mut, diese Vorschrift (die ja zum Schutz gedacht war) zu durchbrechen. Da ist einer, der nur den einen Wunsch hat, geheilt zu werden und er weiß (glaubt), dass Jesus einer ist, der das für ihn tut. In seiner Geste des Kniefalls würdigt ihn der Aussätzige als den Kyrios (den Herrn). Jesus streckt seine Hand aus und berührte ihn. Jesus hat keine Berührungsangst. ER weiß, wie wichtig Berührung ist. Der Mensch muss sich von IHM anrühren lassen. Körperkontakt tut gut, vor allem wenn man vielleicht schon seit Jahren auf jegliche Berührung verzichten musste. Allein schon in dieser Geste liegt etwas Heilsames. Natürlich liegt es bei Jesus, ob ER ihn heilen möchte, also im Willen Gottes.
Wo bin ich einem ‘Aussätzigen’ begegnet? Wie bin ich mit ihm umgegangen? Oder anders gefragt: Wo habe ich Aussatz? Wo möchte ich berührt werden? Habe auch ich den Mut, Jesus um Heilung zu bitten? Vielleicht muss ich meinen Stolz überwinden, um mich von IHM berühren zu lassen.

Geschrieben von Sr. Birgit am 27. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

“Ich bin doch nicht aus Zucker…”

Diesen Spruch sagt man leicht, wenn man vielleicht “im Regen steht” und es an die Substanz geht. Also - man gibt nicht so schnell nach und auf. Im Evangelium (Mt 7,11-29) ist heute die Rede vom Haus auf dem Felsen und dem Haus, das man auf Sand baut. Das entscheidende Wörtchen, das ich entdeckt habe, ist das Wort “wie”. Denn es geht in erster Linie um das Wort Gottes. “Wer meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.” Wie bin ich denn? Bin ich ein Mensch, der sich nach dem Wort Gottes ausrichtet? Habe ich mich schon so mit IHM vertraut gemacht, dass mich so schnell nichts aus der Ruhe bringt - auch wenn Sturm und Wassermassen drohen? Oder ’schwimme’ ich und löse mich auf wie Zucker im Tee? Und mein christliches Profil ‘verschwimmt’ vielleicht. Ich wünsche mir und allen Christen, dass das Wort Gottes Entscheidungsträger für mich und uns ist, dass es uns Kraft und Freude ist, aus der wir leben dürfen und dass es uns durchträgt - nicht nur heute, sondern auch in Zukunft.

Geschrieben von Sr. Birgit am 26. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Schatz im Himmel

“Scha..atz, kommst du mal…” - Verliebte verwenden wohl häufig diesen Kosenamen. “Schatz” - ist etwas sehr Wertvolles und muss nicht unbedingt etwas mit Geldwert zu tun haben, wohl aber hat es einen Wert. Im Evangelium rät Jesus heute: “Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, [...] sondern sammelt euch Schätze im Himmel…” (Mt 6,19-23). Typisch für viele Menschen ist ihre Sammelleidenschaft. Vom Briefmarkensammeln bis zum Sammeln von kostbaren Gemälden kann alles dabei sein, und wenn es noch so ausgefallen ist. Es liegt offensichtlich in der Natur des Menschen, dass er gerne einen Vorrat von etwas hat. Schon im Alten Testament als das Volk Israel in der Wüste war, wollte es vom Manna sammeln und Vorrat anhäufen. Aber der verdarb. Gott sorgt anders. Immer wieder neu. Es ist nicht wichtig, Vorräte anzuhäufen. ER möchte, dass wir unser Herz an IHN hängen. Alles anderes wäre ‘verfänglich’. Vielleicht kommt uns ja genauso leicht das Wort “Schatz” über die Lippen, wenn wir von der Freundschaft mit Gott sprechen oder wie der Psalmist sagt: “Du bist mein Herr; mein ganzes Glück bist du allein.” (Ps 16)

Geschrieben von Sr. Birgit am 20. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Beten, aber wie?

Im Tagesevangelium (Mt 6,7-15) steht heute das Vaterunser im Mittelpunkt. Offensichtlich war es für die Jünger Jesu nicht ganz klar, was es mit dem Beten auf sich hat. An anderer Stelle steht ja auch: “Herr, lehre uns beten!” - Beten bedeutet also nicht, viele Worte zu machen und alles in Formeln zu packen. Gott weiß, was wir brauchen, noch ehe wir ihn darum bitten, so sagt Jesus. Also - warum dann überhaupt noch Beten? - Jesus lehrt uns das Gebet schlechthin - das Vaterunser. Wichtig beim Beten ist die innere Haltung - die Anerkennung Gottes - “geheiligt werde dein Name”. Sich zu Gott hinwenden, um Seine Gegenwart und Allmacht und Güte zu wissen, deshalb sind diese Worte des Vaterunsers so wichtig. Nicht nur für das Gebet in Einsamkeit, sondern besonders auch in Gemeinschaft, denn im zweiten Teil heißt es: “unser tägliches Brot gib uns heute”, “und vergib uns unsere Schuld…”. Nicht nur als Individuum stehe ich vor Gott. - “Bittet und euch wird gegeben werden!” - Nicht viele Worte braucht es, aber Worte, die von Herz zu Herz gehen.

Geschrieben von Sr. Birgit am 19. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | 1 Kommentar

Das Verborgene

In der Spannung zwischen zur Schau stellen und im Verborgenen wirken stehen wir wohl immer wieder. Jesus gibt den Rat, mehr das letztere zu befolgen. Mindesten drei Mal lesen wir heute im Evangelium (Mt 6,1-6.16-18) vom Verborgenen. Im Verborgenen sollen wir Almosen geben, sollen wir beten und sollen wir fasten. Jesus geht es wohl eher um das heuchlerische Tun, das ihm ein Dorn im Auge ist. Wir selber möchten doch auch, dass uns jemand offen und ehrlich entgegentritt. Ganz so gerne sehen wir auch nicht die Aufschneider, die sich brüsten wie toll sie sind, was sie alles tun, wie viel sie Gutes tun. Das Verborgene wird von Gott gesehen. ER kennt uns im Innersten, unsere Gedanken und das, was uns bewegt. Wir brauchen das nicht laut auszusprechen. Mit Gott kann ich von Herz zu Herz reden. Und so wünsche ich mir, dass heute im Verborgenen viel Gutes geschieht - auch wenn es schön wäre, mehr gute Nachrichten zu hören und zu sehen - gerade in der Öffentlichkeit. Aber vielleicht kommt das dann von ganz allein.

Geschrieben von Sr. Birgit am 18. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Etwas Besonderes

Ja, es gibt es wohl etwas Besonderes, etwas, das uns Christen von anderen Menschen unterscheidet bzw. unterscheiden sollte. Dieses Besondere ist die Feindesliebe. Wie es heute im Evangelium anklingt: “Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne (Töchter) eures Vaters im Himmel werdet.” (Mt 5,44) Ich denke, dass es durchaus im Menschen liegt, sich erst einmal zu verteidigen, wenn einem Böses widerfährt. Da kommen ungute Gedanken auf - mit Vergeltung wird geliebäugelt. Und dabei braucht es nicht um eine große Sache zu gehen. Schon kleine Anlässe reichen dazu aus. Mir jedenfalls geht es so. Ich selbst bin also davor keineswegs gefeit. Friedfertigkeit, Vergebungsbereitschaft und Versöhnung beginnen schon im Kleinen. Und es sind die kleinen Schritte, die getan werden müssen, damit unsere Welt mehr Frieden hat. Ein großer Anspruch in unserem Christsein - immerhin macht das das Besondere aus, auch wenn wir diesem Anspruch nicht immer gerecht werden. Aber Jesus Christus, unser Friede und unsere Gerechtigkeit, hilft uns dabei und ist uns leuchtendes Vorbild. Ich wünsche mir, dass mir und uns täglich ein kleiner Schritt dazu gelingt.

Geschrieben von Sr. Birgit am 17. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Der andere Weg

Im Evangelium heute liest man den berühmten Satz: “…wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.” (Mt 5,39) Jesus manifestiert einen neuen Weg. Einen Weg, der keinen Widerstand kennt, der frei ist von Aggression. Einen Weg der Gewaltlosigkeit. Für die damalige und auch noch für die heutige Zeit eine riesige Herausforderung. Wenn man sich den Konflikt im Nahen Osten betrachtet, dann wird da immer noch nach dem alten Gesetz gehandelt. “Aug’ um Aug’ und Zahn und Zahn.” - Das war sicherlich auch schon ein Fortschritt - denn Gleiches sollte mit Gleichem vergolten werden und nicht mit unverhältnismäßig hohen Mitteln. Nur - mit Jesus ist wirklich eine neue Zeit und ein neuer Weg angebrochen. ER fordert Gewaltlosigkeit. Raus aus der Spirale der Gewalt, die immer mit Gegengewalt geantwortet hat. - Für mich selbst ist das auch nicht immer einfach. Wie schnell brause ich schon in Gedanken auf und wünsche dem, der mich provoziert nichts Gutes? Da kann ich Gott immer wieder nur bitten, mich dieses ‘Gesetz des Schwächeren’ zu lehren. Denn, so wie es bei Paulus heißt: “Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark!”

Geschrieben von Sr. Birgit am 16. Juni 2008 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

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