Heute, ein Tag nach dem Herz-Jesu-Fest feiert die Kirche das Fest “Unbeflecktes Herz Mariä”. Eigentlich ganz schön, dass so ein Fest gefeiert wird. Welche Mutter hätte kein Herz für ihr Kind? Ungeachtet schlimmer Nachrichten, die in jüngster Zeit immer wieder für Empörung in der Öffentlichkeit sorgen, ist es doch so, dass gerade Mütter eine besondere Beziehung zu ihren Kindern haben. Immerhin haben sie ja die Kinder neun Monate unter ihrem Herzen getragen. Das Kind konnte den Herzschlag der Mutter hören. Wenn wir in der heutigen so ein Fest feiern, ist es nicht immer einfach eine Brücke zu unserem Leben zu schlagen. Und doch - gerade das ist es doch, was sich so viele Menschen wünschen. Zu jemandem eine Beziehung zu haben, die herzlich ist. Maria hat in der katholischen Kirche eine besondere Stellung. Sie ist Mittlerin zwischen Gott - Jesus - und den Menschen. Viele mögen meinen, dass man ja auch direkt mit Gott kommunizieren kann, da braucht es keine Zwischenstation. Aber vielen fällt es leichter, einen “Umweg” über einen Menschen mit Herz zu nehmen, über jemanden, der den Sohn Gottes versteht - und das ist nun mal Maria. Viele Wege führen zu Gott - und einer führt auch über Maria, die Mutter Jesu. Ihr Herz schlägt für die Menschen. Ihr dürfen wir unsere Sorgen und Nöte anvertrauen, weil ihr Herz eine Brücke schlägt zu ihrem Sohn.
Tags: Herz, Maria
Heute zum Herz-Jesu-Fest kreisen die Tageslesungen um die Kernaussage dieses Festes - die Liebe. In unserer heutigen Zeit wohl eines der ‘abgedroschensten’ Worte. Leider haben wir im Deutschen keine anderen wie etwa im Griechischen (mit agape oder eros) oder im Lateinischen (amor, caritas). Die Liebe Gottes hat sich für uns in Jesus gezeigt. ER ist die Mensch gewordene Liebe Gottes, IHN hat Gott in die Welt gesandt, damit wir SEINE Liebe noch besser erkennen können. - Und ER hat uns zuerst geliebt; wir als seine Geschöpfe können nur bruchstückhaft Antwort geben auf diese Liebe. Aber ich wünsche mir, dass das immer besser gelingt. Denn, wenn jeder Mensch auf dieser Erde täglich ein klein wenig mehr Liebe aussät, würde die Welt schnell um vieles liebevoller und erträglicher- auch, wenn viele Probleme damit nicht gelöst wären. Lassen wir uns aber zu allerst von IHM lieben.
Tags: Herz Jesu, Liebe
Die Geschichte vom blinden Bartimäus ist wohl recht bekannt. Sie steht beim Evangelisten Markus (Mk 10,46-52). Und doch - sie ist jedes Mal, wenn ich sie lese und betrachte, wieder neu. Mir ist heute etwas aufgefallen, das ich wahrscheinlich oft überlesen habe. Zuerst schreit Bartimäus ja, ja sogar mehrmals und recht laut, dass ihm sogar über den Mund gefahren wird. Doch Jesus sagt: “Ruft ihn her!” - Da gingen wohl einige zu ihm und sagten: “Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.” - Ich habe mich gefragt, warum Jesus nicht selbst zu ihm hingegangen ist. Warum hat er die Menschen gebeten, auf Bartimäus zuzugehen und ihn in seinem Namen zu rufen? - Eine Berufungsgeschichte - aber keine direkte, sondern indirekt. Ist es nicht heutzutage auch so, dass es nicht immer Jesus/Gott direkt ist, der anruft? Braucht es Menschen, die Mittelsmänner und -frauen sind? Menschen, die einem sagen: “Hab Mut, steh’ auf, ER ruft Dich!”
Tags: Berufung, Markusevangelium
“Ihr seid neu geboren worden nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus Gottes Wort , das lebt und das bleibt.” - so heißt es heute in der Lesung aus dem ersten Petrusbrief. Gottes Wort ist im Anfang und bleibt in Ewigkeit. Eine meiner liebsten Bibelstellen ist der Johannesprolog, wo es heißt: “Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. [...] Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben….” Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich immer wieder neu vom Wort Gottes beleben und erneuern zu lassen. Durch viele Jahrhunderte wurde es getragen durch “Sämänner und Säfrauen”. Jeder Christ und jede Christin ist aufgerufen in Wahrheit und Geist das Wort Gottes weiter zu tragen, damit es Frucht bringt. Eine Frucht die bleibt. Und so wünsche ich mir, dass sich immer wieder viele Menschen anrühren und inspirieren lassen vom Wort Gottes, damit es Leben annimmt in vielen, denn dazu ist das WORT in die Welt gekommen - zur Unvergänglichkeit.
Tags: Johannesevangelium, Petrusbrief, Wort Gottes
Heute trifft das Evangelium (Mk 10,28-31) vom Verlassen und der Nachfolge. So sagte Petrus zu Jesus: “Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.” Verlassen - ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Ich verlasse mich auf jemanden - ich vertraue dieser Person. Ich verlasse einen Ort (einen Menschen) - ich bewege mich also von etwas (von jemandem) weg und lasse etwas (den Menschen) hinter mir. Gar nicht so einfach. Aber Jesus gibt eine Verheißung. Er verheißt einen anderen Reichtum, wenn man um seinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlässt. - Das Hundertfache werden diejenigen erhalten. - Und auch für das Leben hier und jetzt sorgt er und verspricht das Ewige Leben. Schön, nicht?! Warum machen sich dann nicht mehr auf diesen Weg des Verlassens? Das Loslassen ist schwer. Nicht nur von materiellen Dingen, sondern gerade von Menschen, die man gern hat, oder Heimat, mit der man vertraut ist. Gott lädt zum Abenteuer ein - zum Abenteuer der Nachfolge. Doch die kostet zuerst einmal. Wenn man sich auf Gott verlässt, sich auf IHN einlässt, dann gerät vieles neu in Bewegung - hin auf ein Leben, das ewig währt.
Tags: Markusevangelium
Na ja, zu Jesu Zeiten gab’s ja noch keine Automobile, für die man Werbung machen konnte. Aber für das Reich Gottes schon. Doch da wird nicht gesagt, wie einfach, leicht oder bequem das geht. Jesus setzt schon andere Maßstäbe. Von wegen billig. Im Abschnitt aus dem Markusevangelium (Mk 10,17-27) vom so genannten reichen Jüngling, der die Frage stellt: “Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?”, steht auch “Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.” Nein, ganz und gar nicht leicht ist es, ins Reich Gottes zu gelangen. Das kostet schon was. Jesus ist sicherlich kein Gegner von Reichtum, aber er verurteilt, wenn man sich davon abhängig macht. Loslösen ist angesagt. Diejenigen, die frei sind, die sich nicht anbinden lassen von Geld und Vermögen, die haben die Chance auf das Ewige Leben. Und darin liegt das Schwere. Wir brauchen uns nur zu beobachten. An wie vielen Dingen hänge ich doch? Und seien es nur kleine, vielleicht unbedeutende Dinge. Die Jünger erschraken über die Aussage Jesu: “Wer kann dann noch gerettet werden?” - “Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.” - Nichts ist unmöglich - Gott.
Tags: Markusevangelium
Woran orientieren wir uns, oder besser gesagt, an wem orientieren wir uns? Wenn wir ein wenig nachdenken, dann merken wir, wie häufig wir uns vergleichen - mit unseren Nachbarn, mit unserem Arbeitskollegen, mit unserem Partner, etc. Im heutigen Evangelium (Mk 9,30-37) steht die Frage: worüber habt ihr miteinander gesprochen? - Die Jünger hatten darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Und Jesus setzt zu einer Lehrstunde an. Er stellte ein Kind in die Mitte. ‘Kind’ als Symbol für das Kleine, Unscheinbare, Hilfsbedürftige. Zu einem Kind muss man sich hinabbeugen, um ihm in die Augen zu sehen. Wer also groß sein möchte, der muss den Weg nach ‘unten’ antreten, den ‘erdverbundenen’ (den ‘demütigen’ ) Weg nehmen. Wer so jemanden aufnimmt, der nimmt Jesus auf. Wir Don Bosco Schwestern haben mit vielen Kindern in unseren Einrichtungen zu tun. Wir werden täglich an die Kleinen erinnert und an ihnen lernen wir, welche Maßstäbe Gott setzt.
Tags: Demut, Markusevangelium
Was trauen wir Gott eigentlich zu? Und was trauen wir uns zu? Mehr als Gott? - Im heutigen Abschnitt aus dem Markusevangelium (Mk 9,14-29) werden wir mit der Heilung eines anfallssüchtigen Jungen konfrontiert. Zuerst wird dieser ‘Fall’ an die Jünger herangetragen. “…aber sie hatten nicht die Kraft dazu”, um den Geist auszutreiben. “O, du ungläubige Generation!… Wie lange muss ich euch noch ertragen?” Jesus ist schon ein wenig aufgebracht - jetzt ist er schon so lange mit den Jüngern unterwegs und er hat offensichtlich immer noch keinen ‘Erfolg’ mit seinen Worten bei den Jüngern. Es mangelt an Glauben. “Wenn du kannst, hilf uns;”, so bittet der Vater des Jungen Jesus. Welche Frage! Gott kann doch alles. “Alles kann, wer glaubt!” - “Ich glaube; hilf meinem Unglauben!” Das ist wohl das Stoßgebet, das wir auch sprechen können, so wie der Vater des Jungen. Interessant ist, dass nicht der Glaube des Jungen gefragt ist. Der Vater steht für ihn ein. Auch ich kann mit meinem Glauben, und wenn er noch so klein ist, einstehen für jemanden anderen. Diese Gewissheit kann mich heute durch meinen Tag begleiten - “Alles kann, wer glaubt!”
Tags: Glaube, Markusevangelium
In der Lesung aus dem zweiten Korintherbrief lesen wir heute zum Dreifaltigkeitssonntag: “Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!” Das hört sich an wie ein Dreiklang. Die Liebe Gottes ist das Zentrum der Einheit, durch die Gnade Jesu Christi sind wir in das Erlösungswerk hineingenommen und das alles ist erst in der Gemeinschaft der Kirche, in der Gemeinschaft des heiligen Geistes, möglich. Darüber dürfen wir uns freuen, wir sollen uns in dieser Gewissheit erneuern lassen und in diesem Frieden leben. Dazu ermahnt uns der hl. Paulus. Heute an diesem Festtag haben wir dazu ganz besonders die Möglichkeit. Der verborgene Gott hat sich auf geheimnisvolle Weise geoffenbart - lassen wir IHN in diesem Zusammenspiel in uns an- und weiterklingen. In der Musik hört sich ein Dreiklang gut an. Warum nicht auch im geistlichem Leben?
Tags: Dreifaltigkeit, Geist, Gnade, Liebe
Die Lesung aus dem Jakobusbrief hat es wirklich in sich. Um die Zunge geht es da. “Die Zunge ist nur ein kleines Körperglied und rühmt sich doch großer Dinge.” (Jak 3,5) Nicht umsonst gibt es das Sprichwort “Reden ist Silber, Schweigen ist Gold”. Wie viel Unheil wird doch durch Worte angerichtet! Da braucht man nicht auf andere zu deuten, wenn man bei sich selbst anfängt… wie schnell hat man was gesagt, was man vielleicht sofort bitter bereut. - “Mit der Zunge preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind. Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch.” - Doppelzüngig. Wie lautet also das Gebot der Stunde? Nichts mehr sagen? Wohl nicht. Denn uns Menschen ist diese wunderbare Art der Kommunikation geschenkt - und Gottes Sohn kam als das Mensch (Fleisch) gewordene Wort zu uns - Mitteilung pur. Was wir tun können ist sicherlich eines: den Hl. Geist bitten, uns zur rechten Zeit die rechten Worte in den Mund zu legen ….
Tags: Hl. Geist, Wort