Ja, der gute Paulus in Athen auf dem Aeropag tat sich schon mächtig schwer, den gebildeten Athenern von Gott zu erzählen. (Apg 17-18) Irgendwie scheint mir der Vergleich mit der heutigen Zeit sehr passend. Gott lässt sich nicht verstandesmäßig erklären - natürlich gibt es die sogenannten Gottesbeweise - aber letztlich ist Glaube eine “Sache” des Herzens. Glaube kommt vom Hören, aber wo die Herzen nicht auf Empfang geschaltet sind, findet der Glaube keinen “Empfänger”. Bei mir habe ich gedacht: “Versperren denn Gedanken den Zugang zum Herzen?” Dann bitte ich den Hl. Geist, dass ER immer wieder die Herzen der Menschen auf “Empfang” stellt wie man vielleicht ein Radio anstellt, damit viele Menschen die Stimme Gottes in ihrem Inneren vernehmen können und ihr Leben daran ausrichten.
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…. “keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du?” (Joh 16,5) So kurz vor Christi Himmelfahrt, Worte aus den Abschiedsreden Jesu. Wenn ich mich aber recht erinnere, dann hat ihn einer seiner Jünger, nämlich Thomas, gefragt: “Herr wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?” - und darauf gibt es dann die berühmte Antwort: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.” - Ein wenig verwirrend. - Fakt ist jedoch: Abschied tut weh, vor allem, wenn man nicht genau weiß, was den/die andere erwartet. Jesus wusste jedoch sehr wohl, was IHN beim Vater erwartet - er kehrt heim in Sein Reich. Und er verspricht uns den Beistand, den Hl. Geist - den Tröster, damit wir unseren Weg in dieser Welt “getrost” weitergehen können. Das ist für mich ein Grund ein der Freude.
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Bemerkenswert heute in der Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 16,11-15), dass da den Frauen die Frohe Botschaft verkündet wird. Und genauso bemerkenswert finde ich, dass Paulus den Mut hatte, die Frauen anzusprechen. Ja, was wäre die Christenheit ohne die Frauen - nicht nur als “Empfänger” in der Verkündigung, sondern auch als Verkünderinnen - so wie Maria v. Magdala, die wohl zu den ersten Zeuginnen der Auferstehung gehört hat. Nun ist ja Paulus von Asien sozusagen nach Europa aufgebrochen, und landete in Mazedonien. Die Frauen, unter ihnen Lydia, gehörten also zu den ersten Christinnen in Europa. Mir ist das eigentlich erst heute so richtig bewusst geworden. Allein diese Tatsache sollte uns Frauen als Christinnen in Europa noch selbstbewusster machen. - Im Evangelium heißt es ja: “Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen.” (Joh 15,26) Tun wir das, mit frohem und “geöffnetem” Herzen. Diesen Mut wünsche ich uns.
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Im heutigen Evangelium (Joh 14,15-21) geht es wohl auch um mein, unser Gottesbild. Welches Bild habe ich denn von Gott? Stimmt es mit dem Bild, das uns im Evangelium vorgestellt wird, überein? “Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir, und ich bin in euch.” Bin ich schon soweit, dass ich das erkannt habe? Meine Vorstellungskraft geht da an ihre Grenzen. Da ist mein Glaube gefragt. Ja, ich glaube an einen Gott, an einen dreifaltigen Gott. Denn ohne den Hl. Geist ist das nicht möglich - ER ist die Kraft, die in mir, in uns wirkt. ER bildet mich nach SEINEM Bild. Und dieses Bild hat als “Grundfarbe” die Liebe.
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“Die Christen wohnen zwar in der Welt, aber sie sind nicht aus der Welt”, so heißt es in einem Text aus einem Diogenes-Brief. Und im Johannesevangelium werden wir heute quasi mit dem Wort “Welt” ‘bombadiert’. Ja, wir Christen sind in dieser Welt, aber unser eigentliches Zuhause ist die Welt Gottes. Die Welt, in der wir jetzt leben, gehört als Geschaffenes wohl mit dazu. Aber diese Welt, wie sie im Evangelium gemeint ist - ist die ’selbsterschaffene’ Welt der Menschen mit ihren Gesetzen. In der Welt Gottes gilt das Gesetz Gottes! Nicht immer finde ich es einfach, sich von dieser Welt abzugrenzen und auf die Welt Gottes zu blicken oder zu verweisen. Eine immer neue Herausforderung… für eine Welt mit Mehrwert!
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Ja, das Wort Gnade ist im normalen Sprachgebrauch so gut wie verschwunden. Wenn man es Kindern erklären soll, tut man sich auch nicht ganz einfach. Mit den Worten Gabe oder Geschenk lässt es sich wahrscheinlich am ehesten umschreiben. Im Italienischen heißt es “grazia” - hängt also ganz eng mit “grazie” (=Danke) zusammen. Heute im Petrusbrief, den wir in der Festliturgie des hl. Markus hören, kommt recht häufig das Wort “Gnade” vor. “Gott schenkt seine Gnade”, “der Gott aller Gnade”, “die wahre Gnade Gottes”… Ich habe mich gefragt: “Mit welchen Gnaden hat ER mich beschenkt?”, ist mir das eigentlich bewusst, wie reich ich bin an diesen Geschenken Gottes, setze ich diese Gnaden ein? Ja, viele Fragen, die mich beschäftigen, und es tut gut immer wieder Antworten zu suchen und zu finden, bzw. Antwort zu geben.
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Halleluja! Ja, Gott, Jesus möchte, dass seine Freude in uns ist und dass unsere Freude vollkommen ist. (vgl. Joh 15, 11). Voraussetzung für diese Freude: In seiner Liebe bleiben und seine Gebote halten! Klingt erst mal schwer, aber ich denke da z. B. an Verliebte, die für den anderen alles tun, damit er/sie glücklich ist. Auch Gott liebt uns - unermesslich, unvorstellbar. Das ist sein Angebot an uns. Wie erwidere ich dieses Angebot? Klar, ich möchte Freude, tiefe Freude verspüren in meinem Leben. Und was tue ich dafür? Bin ich nur “Empfänger” oder auch “Geber”? Lasse ich überhaupt zu, dass Gott mir Freude schenkt? Viele Fragen, die mich bewegen. Es gibt so viele verschiedene Antworten, wie es Menschen gibt, denn jede/r antwortet anders darauf. Nur - wahre Freude kommt vom wahren Gott.
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Heute greift die Lesung aus der Apostelgeschichte das erste Konzil auf. Für das Christentum sicherlich ein einschneidendes Ereignis. Wahrscheinlich wären die Christen ohne die Entscheidung dieses Konzils als jüdische Sekte untergegangen. Ein Satz ist mir besonders aufgefallen: “Sie (die Apostel Paulus und Barnabas) erzählten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan hat.” (Apg 15,4) Gott steht dahinter. ER braucht uns als seine Mitarbeiter bei der Ausbreitung Seines Reiches. Ganz egal, woher wir kommen oder welchen kulturellen Hintergrund wir haben. Sicherlich ist nicht zu verleugnen, dass Jesus ganz in der jüdischen Tradition groß geworden ist - aber das bedeutet nun nicht, dass alle zuerst den jüdischen Glauben und dann den christlichen annehmen sollen. Genau das war die Frage, die einen Streit ausgelöst hat. Natürlich liegt das weit zurück, kann man sagen - und doch… immer wieder kommen auch bei uns “neue” (oder manchmal auch “alte”) Fragen auf, die geklärt werden müssen - auf dem Hintergrund von Tradition und Glaube. Ich selbst hoffe, dass bei einigen Fragen der Schwerpunkt nicht nur auf der Tradition liegt - z. B. bei Fragen, die die Stellung der Frauen in der Kirche betreffen. Aber - Gott wirkt auch mit uns und in uns.
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“Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch;” (Joh 14,27) so heißt es heute in den Messtexten. Der Friede, den Jesus schenkt, ist ein ganz anderer. Ich habe mich gefragt: Wie sieht denn der Friede aus, den ich mir wünsche? Ist es der Frieden - wenn ich von allen in Ruhe gelassen werde, keine Störung (von außen) erfahre? Oder der Frieden, wenn ich so rundum zu-frieden bin?- Nur kommt das nicht allzu häufig vor, weil es immer irgendwas gibt, was mich aus dem “Gleichgewicht” bringt. Welchen Frieden hinterlasse ich eigentlich? Und wie sieht denn nun dieser Friede Jesu aus, den ER uns, mir, hinterlässt? An anderer Stelle im Evangelium steht: “Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung.” (Lk 12,51) Auf den ersten Blick doch sehr verwirrend. Und doch - Sein Friede ist ein anderer - es ist der Osterfriede. “Friede sei mit euch!” hat er am Abend des Ostertags bei einen seiner ersten Erscheinungen den Jüngern gesagt. Es ist ein “brennender” Friede, der die Herzen entzündet und ergreift. Nur zu-lassen muss ich ihn, damit dieser Frieden Spuren hinterlassen kann.
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Heute redet man eher von “Göttern in weiß”, wenn es um Heilung geht. In der Lesung aus der Apostelgeschichte, die die Liturgie heute vorsieht, ist die Rede von einer Heilung. Paulus heilt einen Gelähmten. Ein Mann hörte die Predigt des Paulus. “Dieser blickte ihm fest ins Auge; und da er sah, dass der Mann darauf vertraute, gerettet zu werden, rief er laut: Steh auf!” (Apg 14,9) Die Menschenmenge ist dann ganz aufgebracht, und meint Götter in Menschengestalt sind erschienen. Können wir nicht auch solche “Götter” sein? Wir Christen sind doch auch Heils-Vermittler, wenn wir die Frohe - Gute - Nachricht an den Mann, an die Frau bringen. Wie oft kommt es vor, dass wir Menschen in die Augen sehen und feststellen, dass sie gerettet werden möchten. Haben wir den Mut, ihnen zu sagen: “Steh auf!”? Haben wir das schon mal probiert? Ich wünsche uns selbst das Vertrauen in die Kraft Jesu Christi, die auch durch und in uns wirkt. Das heißt Leben als österliche Menschen.
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