Heute, am Oktavtag von Ostern - dem sog. “Weißen Sonntag”, trifft die so schöne Stelle im Evangelium vom Apostel Thomas - im Volksmund “dem ungläubigen Thomas”. Mal ganz ehrlich. Mir ist Thomas total sympathisch. Er braucht Zeit und er braucht Begegnung. Zeit, um zu Be-greifen und die Begegnung mit dem Auferstandenen. Die kann er freilich nicht selbst herbeizaubern. Jesus kommt ihm entgegen in seiner Sehnsucht. Wenn wir Menschen tiefe Sehnsucht nach Gott haben, die wir zum Ausdruck bringen können, so wie Thomas: “Wenn ich IHN nicht berühren kann, dann glaube ich nicht…” - Da “rüttelt” Thomas wohl ganz kräftig bei Jesus. Der lässt es sich nicht nehmen und kommt IHM entgegen - durch verschlossene Türen - in verschlossene Herzen. Für den auferstandenen Jesus gibt es keine Hindernisse - weder rein physische noch die menschlichen Begrenztheiten. Eine wunderbare Szene! Der Auferstandene kommt auch mir entgegen, bricht sich Bahn in mein Herz, rüttelt mich auf, damit ich sagen kann: “Mein Herr und mein Gott!”
Ja, wieder einmal ist es Ostern geworden und das Halleluja klingt noch nach. Ich habe bewegende Tage hinter mir. Der Osterkurs in St. Altfrid hatte ein tolles Thema: “Aus tiefen Wunden wachsen große Flügel”. - Leid, Wunden, Schmerzen gehören zu unserem Leben dazu. Jesus hat das als der menschgewordene Gott auf sich genommen, mitgetragen und hindurch getragen durch den Tod zur Auferstehung. Wir sind erlöst, befreit! Halleluja! In dieser Hoffnung dürfen wir leben. Schön, dass es wieder Ostern geworden ist - gerade in schwierigen Zeiten.
Heute, am Gründonnerstag, hören wir den Abschnitt aus dem Johannes-Evangelium, wo es um die Fußwaschung geht. Im Johannes-Evangelium gibt es ja keinen Einsetzungsbericht für die Eucharistie, wie in den anderen Evangelien. Mir ist ein Vers besonders aufgefallen, den man leicht überlesen kann. Jesus ist dabei, seinen Jüngern die Füße zu waschen. Als er zu Petrus kommt, möchte dieser Jesus diese Geste fast schon verweigern als er ihm entgegnete: “Niemals sollst du mir die Füße waschen!” Und dann sagt Jesus: “Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.” (Joh 13,8)
Das ist für mich ein Kernsatz. Durch diesen “niedrigen Dienst” (den zur damaligen Zeit nur Haussklaven vollzogen) gibt Jesus Anteil an seinem Leben. Anteil im Dienen. Jesus ist gekommen, um zu dienen - dem Nächsten, dem Notleidenden, um Not zu wenden. Das zu verstehen ist wirklich nicht einfach. Und mir geht es da eher wie Petrus. Ich glaube, das ist eine “Grundangst” von uns Menschen. Gott, das Göttliche, nicht an uns ranzulassen - mit der Begründung, dass wir nicht würdig sind. Wenn wir IHN aber an uns ranlassen - an die “schmutzigen Füße”, dann beschenkt ER uns mit seiner Nähe und gibt uns Anteil an IHM.
Rechtzeitig - kurz vor Ostern - möchte ich mich mal wieder auf meinem Blog melden. Ich weiß - es liegen Monate zwischen meinem letzten Beitrag. Ein einfacher Grund - ein bisschen viel Arbeit. Und da habe ich beschlossen auf das zu verzichten, was nicht unbedingt “not-wendig” ist.
Also… ich versuche, mich wieder öfter auf diesem Kanal zu geben.
Beste Grüße - Sr. Birgit
So beginnt ein beliebter Vers zur Adventszeit. Advent, Advent… ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei… usw. - Sicherlich haben Sie einen Adventskranz oder ein Adventsgesteck und vielleicht hatten Sie auch schon die Zeit, die erste Kerze zu entzünden und ein wenig inne zu halten. Mit dem heutigen Sonntag beginnen wir ein neues Kirchenjahr - das Lesejahr C (das das Lukasevangelium zur Mitte hat). Im Evangelium heute steht, dass uns die Sorgen des Alltags nicht verwirren sollen. Manchmal ist das gar nicht so einfach. So viele Dinge, die einen gefangen nehmen… und da soll man noch Zeit haben, Advent zu feiern und sich auf Weihnachten vorzubereiten… Doch - es geht. Hilfen gibt es ja jede Menge - nur - die Zeit muss man sich schon selbst nehmen. Es braucht ja nicht gleich eine Stunde zu sein - es genügen manchmal schon fünf bis zehn Minuten - einfach nichts zu tun - eine Kerze zu entzünden und bei sich selbst einkehren und die Stille genießen. Das ist doch Advent - Zeit des Wartens, warten auf die Ankunft Gottes.
Tags: Advent
Schon häufig haben wir wohl das Evangelium von Zachäus, dem obersten Zollpächter in Jericho, gehört. Gerade auch Kindern gefällt diese “Geschichte” gut, weil sie sich mit dem Mann, der von kleiner Statur ist, gut vergleichen können. Auch in der Vorbereitung auf das Sakrament der Wiederversöhnung (das Bußsakrament) wird die Zachäus-Geschichte gerne eingesetzt.
“Zachäus, komm schnell herunter. Heute muss ich in deinem Haus zu Gast sein.” - Für mich ist das ein Schlüsselsatz in diesen Versen aus dem Lukasevangelium (Lk 19,1-10)
Da lädt sich doch Jesus selbst ein. Mir ist es nicht immer angenehm, wenn sich jemand “einfach so” bei mir einlädt und trotzdem… hat nicht jede/r den Wunsch, dass Gott einen “Platz” bei ihm/ihr hat? Zachäus war nicht sehr überrascht. Er wollte ja Jesus sehen und weil er so klein ist, wollte er ihn von einem Maulbeerfeigenbaum aus sehen, auf den er kletterte. Die Sehnsucht, Jesus zu sehen, ist also schon vorher da. Wie ist das bei mir/uns? Habe ich auch eine ständige Sehnsucht nach Jesus, dass mich eine “Selbsteinladung” von IHM nicht überraschen könnte?
Tags: Lukasevangelium
Heute feiern wir das Fest “Allerheiligen”. Die Seligpreisungen hören wir heute im Evangelium. “Selig seid ihr, wenn…” - man könnte auch übersetzen mit “Glücklich zu preisen seid ihr, wenn…” - Glückseligkeit, die schon diejenigen erreicht haben, die ihr irdisches Leben vollendet haben. Aber auch wir, die wir noch unterwegs sind auf diesen so irdischen Wegen, sind glücklich zu preisen. Wir haben als Vor-Erlöste schon einen Vor-geschmack auf dieses Leben bei Gott. Wir sind alle berufen zur “Heiligkeit”. - Nur - den meisten von uns sieht man es nicht an - Heiligkeit ist nichts Außergewöhnliches, wie man es von einige herausragenden Gestalten im Lauf der Kirchengeschichte her kennt. Jede und jeder ist dazu berufen - seinen Alltag zu heiligen, d. h. den Alltag im Bewusstsein als Gottes geliebte Tochter/geliebten Sohn zu leben. Sind wir dann nicht “glücklich zu preisen”?
Die Zeiten stehen schlecht, denken viele Zeit-Genossen und -Genossinnen. Im Evangelium hören wir heute, dass wir Menschen uns recht schwer tun, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten (Lk 12,54-59). Jesus wirft den Menschen vor: “Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiß. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?” - Wie schwer tun wir Menschen uns doch? - Jede Menge Analysen zu verschiedenen Situationen werden gemacht, doch ob wir die richtigen Schlüsse immer daraus ziehen? Vor allem, wenn es um unser ganz persönliches Leben geht. Ich denke, dass wir uns immer wieder im Gebet an den Heiligen Geist wenden dürfen, um IHN um die Gabe der Unterscheidung zu bitten. ER ist es, der uns die Richtung weist - vorausgesetzt, dass wir für IHN offen sind und IHN zu verstehen wagen. Gute Gedanken allein helfen meistens noch nicht - erst wenn Taten folgen offenbart sich, ob die Zeichen der Zeit richtig erkannt wurden. Probieren wir es einfach - zuerst mit dem Gebet… und dann mit den Taten!
Tags: Lukasevangelium
“Solo Dios basta” - Das ist wohl einer der bekanntesten Aussprüche der hl. Theresia v. Avila. Heute feiern wir diese Heilige, die auch den Rang einer Kirchenlehrerin hat. Für uns Don-Bosco-Schwestern ist sie eine der Patroninnen unserer Kongregation. In diesem Ausspruch liegt für mich “Alles oder nichts”. Gott soll allein genügen, alles andere wird zur Nebensache. Gott kann ich in allen Dingen finden - Gott ist in allem. Also darf und soll mir auch alles genügen. Klar?! Denn Gott ist in allem und überall… Jeder Atemzug - Gott. Jede Begegnung mit einem Menschen - Gott.
Da kann jeder von uns nachspüren, wo man Gott erfährt - aber, ob uns das genügt? Wo wir Menschen doch so angelegt sind, dass wir immer noch “mehr” wollen. Wir können und sollen uns aber in “Genügsamkeit” üben. Heute wäre so ein Tag dazu.
Gerade auf dem Buchmarkt haben sich Bücher etabliert, in denen es um Engel geht. Warum haben sie wohl so großen Erfolg? Ich denke, dass es nicht immer nur am Autor liegt. Menschen suchen nach “Mittlerwesen” zwischen Gott und den Menschen. Und da kommen uns die Engel gerade recht. Heute feiert die katholische Kirche das Fest der drei Erzengel Michael, Gabriel und Raffael. Ein schönes Fest, das uns an solche “Mittler” erinnert. Michael, der mit dem Drachen (mit Satan) gekämpft hat und ihn besiegt hat. Er soll uns immer daran erinnern, sich für das Gute einzusetzen und er hilft uns im Kampf gegen das Böse (gerade auch in unseren inneren Kämpfen). Gabriel ist derjenige der die Gute Botschaft bringt, wenn wir die Verkündigung z. B. an Maria betrachten. Er kann uns daran erinnern, offen zu sein für Gottes Wort. Und Raffael ist der Engel, der den jungen Tobias (im Buch Tobit wird in der Bibel davon berichtet) auf seinem Weg begleitet und seinen Vater von seiner Blindheit heilt. Er kann uns erinnern, dass wir der heilenden Kraft Gottes vertrauen dürfen. Um uns immer wieder an Gottes Nähe zu erinnern, können uns diese “Mittlerwesen” (Engel sind geschaffene Wesen Gottes, seine Geschöpfe) erinnern. Wenn uns dabei eines der vielen Engelbücher hilft - umso besser. Ansonsten können wir uns auch ein Bild oder einen Bibelvers irgendwohin legen, wo wir häufiger vorbeigehen, um uns an unsere ständigen “Lebensbegleiter” zu erinnern.