Überschwemmung in Myanmar

unterwegs in die betroffenen Dörfer

vom

Noch Wochen danach katastrophale Zustände

Sintflutartiger Regen hatte Anfang August unzählige Erdrutsche und Springfluten ausgelöst. Tausende Häuser, Äcker, Brücken und Straßen wurden zerstört, viele Regionen hatten keinen Strom und keine Telefonverbindungen mehr. In einigen Orten reichte das Wasser bis zu den Hausdächern. Mehr als 300 Menschen starben, rund 300.000 Menschen sind insgesamt betroffen. Die Behörden erklärten vier Provinzen im Zentrum und im Westen des Landes zum Notstandsgebiet, jedoch sind alle bis auf eine der 14 Provinzen von den Überschwemmungen betroffen.

Unter den am stärksten betroffenen Regionen sind die verarmten und abgelegenen westlichen Staaten Chin und Rakhine. Schon im Mai 2008 hatte der Zyklon Nargis Myanmars Irrawaddy Delta zerstört, rund 140.000 Menschen kamen damals ums Leben.

Schwester Jessica Salvana, die Provinzoberin der Provinz Kambodscha und Myanmar schreibt:

Gerne möchte ich mit Euch meine Erfahrungen in Myanmar teilen, wo ich vor kurzem war, um mir selbst ein Bild der Lage vor Ort zu machen und wie wir unsere Hilfsaktionen verbessern können. Am 9. Oktober bin ich angekommen, bei schlechtem Wetter und keinen guten Sichtverhältnissen. Der Pilot brauchte etwa 30 Minuten länger bis er eine Möglichkeit zum Landen fand. Unsere Gemeinschaften in Myanmar sind nicht direkt von den Überschwemmungen betroffen und so konnten unsere Schwestern sich selbst auf den Weg in die Dörfer machen und dort Hilfspakete vorbeibringen.

Am 11. Oktober sind wir Richtung Pathein gefahren, einem Dorf, das etwa vier Autobusstunden von Rangun entfernt liegt. Die Mutter von Sr. Agatha empfing uns. Wir waren fünf Don Bosco Schwestern und einige unserer Mitarbeiter. Am folgenden Tag brauchten wir zwei Stunden, um den Hafen zu erreichen, wo uns ein Boot dann in einer einstündigen Fahrt übers Wasser zum Dorf brachte. Entlang unseres Weges haben wir viele Hektar Land mit Reispflanzen gesehen, die alle unter Wasser standen, ebenfalls in den Dörfern, die wir besucht haben. Für mich war das einfach unvorstellbar, denn es war wie ein großer Fluss, der sich durch die Reisfelder grub. Mittlerweile stehen die Reisfelder schon seit drei Monaten unter Wasser. Die Bauern können nichts tun, keine Felder bestellen, sich nicht um die Pflanzen kümmern, geschweige denn eine Ernte einfahren. Jetzt verstehe ich auch die Leute, die uns auch nach Monaten noch um Hilfe bitten – sie brauchen Nahrung. Da sie selbst nichts haben, was sie verkaufen können, haben sie auch kein Geld, um sich etwas kaufen zu können. Es fehlt einfach am Nötigsten.

Im Vergleich zu den Hilfsaktionen, die wir nach dem Taifun “Hajyan” auf den Philippinen gemacht haben, ist die hier in Pathein ungleich schwieriger, weil wir nur mit einem kleinen Boot von Dorf zu Dorf fahren konnten.

Leider konnten wir ein drittes Dorf nicht mehr erreichen. Wir mussten uns mit zwei Dörfern begnügen. In einem der Dörfer leben vorwiegend Katholiken, in den anderen beiden Dörfern leben Christen verschiedener Konfessionen. Wir haben das, was wir dabei hatten, an die Menschen, die bei uns vorbeikamen, verteilt. Mir hat es sehr leid getan, dass wir es nicht geschafft haben, mehr zu verteilen, aber das kleine Boot hatte nur wenig Platz. Auch in Anyrate waren die Menschen sehr froh über das, was wir mitbrachten.

Wir hoffen, dass wir bald wieder dorthin zurück kehren können und dass sich das Wasser von den Feldern zurückzieht und Hilfe dann auch mit anderen Transportmitteln möglich wird.

Ich spüre, dass das die Ränder sind, an die wir gerufen sind, weil keine andere Gruppe oder Hilfsorganisation, sich auf den Weg in diese weit abgelegenen Dörfer macht, weil es so schwierig ist, dorthin zu gelangen.

Wir konnten an über 300 Familien Lebensmittelpakete verteilen, eigentlich, wenn man annimmt, dass jede Familie etwa aus fünf Personen besteht, dann sogar an etwa 1500 Menschen.

Ein Dank an alle Menschen, die uns bisher großzügig unterstützt haben und ein Dank den Mitschwestern in Myanmar, die sich auf den Weg zu diesen Menschen gemacht haben, die sich selbst überlassen sind.

Und gleichzeitig bitte ich um weitere Unterstützung, damit wir weiterhin helfen können, denn auch unsere Mittel sind begrenzt.

In Dankbarkeit grüßt,

Sr. Jessica Salvana, FMA
Provinzoberin von Kambodscha und Myanmar

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