Perspektiven für Kinder im Regenwald

vom

Bedrückende Armut indigener Völker am Rio Negro

Perspektiven für die Kinder des Regenwalds!
Von der Welt kaum beachtet, leben die Angehörigen der indigenen Völker Brasiliens in bedrückender Armut. Die internationale Gier nach Rohstoffen zerstört das einzigartige Ökosystem, das ihnen jahrhundertelang Geborgenheit und Nahrung schenkte. So gelingt es den Familien kaum noch, sich als Fischer und Kleinbauern im Einklang mit der Schöpfung zu ernähren.

Gutes bewahren – und Wissen für eine bessere Zukunft schenken.
Den Kindern dieser bedrohten Völker stehen die Don Bosco Schwestern seit 1923 zur Seite. Sie respektieren die kulturelle Vielfalt der Aruak, Maku, Tukano und Yanomami. Zugleich erfüllen sie den Wunsch der jungen Generation nach Bildung, Ausbildung und Spiritualität. So unterstützen sie die Mädchen und Jungen dabei, den Spagat zwischen ihrer traditionellen Identität und der Welt des 21. Jahrhunderts zu meistern.

Schule und Gesundheit für die Armen am Rio Negro.
An sechs Standorten entlang des Flußlaufs haben die Schwestern Gemeinschaften aufgebaut: Hier bieten sie Schule und Ausbildung, geben Waisenkindern Zuflucht und schenken medizinische Versorgung. Um die entlegensten Dörfer zu erreichen, unternehmen einige Schwestern tagelange Bootsfahrten. Für diese Exkursionen sind sie ganz auf die Hilfe erfahrener Flussschiffer angewiesen, denn der Rio Negro birgt in seinem Bett gefährliche Untiefen und Stromschnellen. Zugleich bildet er jedoch die Lebensader der gesamten Region und ist der einzige Weg, um Medizin, Hilfsgüter und Zuwendung zu den Ärmsten zu bringen.

Junge Menschen zwischen Tradition und Zukunft:
„Só quem acredita no futuro acredita no presente.“ „Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt auch an die Gegenwart“, sagt ein brasilianisches Sprichwort. Es könnte zum Wahlspruch jener Kinder des Regenwalds werden, die in den Schulen der Don Bosco Schwestern am Rio Negro einen guten Schulabschluss erreichen. Das ist nicht selbstverständlich, denn noch immer ist fehlende Bildung eine der gravierendsten Ursachen dafür, dass die Angehörigen indigener Völker in Brasilien unter Armut und Ausgrenzung leiden.

Lernen, damit der Weg aus der Armut gelingt.
Die Don Bosco Schwestern waren die ersten, die das Recht der Ureinwohner auf eigene Schulen in die Praxis umsetzten. Im Gebiet des Rio Negro (einem der größten Zuflüsse des Amazonas) verbinden sie darum ganzheitliche Bildung mit der traditionellen Lebenswelt in Sprache und Kultur. Der Unterricht beginnt in der Muttersprache der Kinder und ergänzt die Amtssprache Brasiliens (Portugiesisch) im zweiten Schritt. So fällt es den Mädchen und Jungen leicht, in die Anforderungen hinein zu wachsen. Mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche profitieren von dieser zweisprachigen Alphabetisierung.

Gesundheit und Fürsorge in die entlegensten Dörfer tragen.
Mit dem Ziel, auch die Armen in den entlegenen Siedlungen zu erreichen, bereisen die Don Bosco Schwestern mit Booten das gesamte, von Stromschnellen durchzogene Flusslabyrinth. Erfahrene Bootsführer, die sicher durch die gefährlichen Passagen navigieren, sind dabei unersetzlich. Im Gepäck haben die Schwestern Ausrüstung für die ambulante Versorgung von Kranken und Schwangeren sowie Material für die Alphabetisierung derer, die in ihrer Kindheit keine Chance zum Schulbesuch hatten. Zusätzlich zu dieser praktischen Hilfe, dienen die Schwestern den Menschen in der Seelsorge und Familienberatung.
Um die seit Generationen vererbte Armut zu besiegen, ermutigen sie Frauen und Mädchen zur Ausbildung und zur Gründung von Kooperativen, mit denen sie ihre traditionellen Handarbeiten besser vermarkten können. Schwester Elisabeth Schwaiger FMA war seit August 2017 für einige Wochen auf Heimaturlaub in Deutschland. Sie traf viele Spender und hielt Vorträge über das Wirken der Don Bosco Schwestern in Brasilien. Nun ist sie wieder zurückgekehrt in unsere Gemeinschaft in Barcelos – am mittleren Lauf des Rio Negro. Dank Ihrer großherzigen Spenden konnte die Missionsprokur Sr. Elisabeth eine beträchtliche Spendensumme mitgeben, die dringend für die Arbeit am Rio Negro benötigt wird.
Herzlichen Dank.

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